Aus dem Büchlein „Unsere Liebe Frau von Oberdorf“ von Hon. J. Mösch, Domherr, früherer Pfarrer von Oberdorf, 1942, herausgegeben von der römischen-kath. Pfarrei Oberdorf (Kanton Solothurn)
Inhaltsverzeichnis
- I. Die erste Kapelle in Oberdorf
- II. Die Pfarrkirchen von 1420 und 1513
- III. Die jetzige Pfarrkirche in Oberdorf
- IV Die St.-Michaels-Kapelle auf dem Friedhof
- Quellenangabe
I. Die erste Kapelle in Oberdorf
Um 740, bei der Gründung der Kirche des hl. Ursus in Solothurn durch die Mutter Karls des Großen, übernimmt der Propst von St. Ursen gleichzeitig mit der Seelsorge an der St.-Ursen-Kirche auch die Seelsorge an der Kapelle zu Oberdorf.
Statuten des St.-Ursen-Stiftes von 1327.
Alter Patron der Kapelle und Oberdorfs: St. Michael, Erzengel.
In der Kapelle wird Gottesdienst gehalten durch einen Kaplan, der in der Stadt am Stifte wohnt.
Bei der Kapelle in Oberdorf „war von Anfang ein Waldbruder.“
Haffner II. Register
Die Marienverehrung dürfte an der Kapelle in Oberdorf in Aufnahme gekommen sein, nachdem die nahe, im gleichen Seelsorgegebiet der alten St.-Ursen-Kirche gelegene, der reinsten Jungfrau Maria geweihte Leutkirche in Lommiswil durch kriegerische Ereignisse der Zerstörung anheimgefallen war. Um das Ende des 14. Jahrhunderts muss sie in Oberdorf in Blüte gestanden sein.
II. Die Pfarrkirchen von 1420 und 1513
Um 1420 wird eine neue Kirche gebaut. Sie ist geweiht der Allerseligsten und glorwürdigen Jungfrau Maria.
1423 am 6. September wird die älteste in Oberdorf erhaltene Glocke gegossen: „In Lob und Ehr der jungfräulichen Muoter Maget Marien un Sant Joders.“
1433 am 2. Dezember weiht Heinrich, Bischof von Sigin (der wohl auch die Kirche weiht), den Altar zu Ehren der Patrone:
- St. Michael, Erzengel
- St. Johannes, Baptista
- St. Barbara
- St. Othilia
Jahrzeitbuch Oberdorf
1436 und folgende Jahre:
Die Kirche erwirbt Landstücke; sie erhält Pfarrrechte; das Allerheiligste wird in ihr aufbewahrt.
1447 am 1. Juni erteilt Stephanus, Bischof von Marseilles, Visitator und Kommissar des Bischofs Georg von Lausanne, der Kirche oder Kapelle der allerseligsten Jungfrau Maria in Oberdorf: „zu der das Volk eine besondere Verehrung trägt und die es wegen der Fülle der hier erlangten Gnaden oft besucht“, allen, welche die Kirche besuchen und zu ihrer Erhaltung und Ausschmückung hilfreiche Hand bieten oder zum ewigen Lichte vor dem hochwürdigsten Sakramente beitragen, an den Festen Mariae und des Herrn einen Ablass.
Urkunde im Stiftsarchiv
1447 am 16. Juli vermehrt der vom Konzil von Basel zum Legaten nach Gallien verordnete Kardinal Ludovicus mit dem Titel von der hl. Caecilia, gemeinhin von Arélat genannt, der Kirche zu Oberdorf: „die geweiht ist zur Ehre der glorwürdigen Jungfrau Maria“ und zu der „das Volk aus verschiedenen Gegenden und Kirchen in allgemeinen Prozessionen wallfahrtet“, für die Hochfeste Mariae und Christi den obigen Ablass.
Urkunde im Stiftsarchiv
1457 kommt das Stiftskapitel (und die Pfarrei) St. Ursen erstmals offiziell in Prozession nach Oberdorf. Von jetzt an, wie es scheint, jährlich.
Haffner II. 349 und Journale
1458 schenkt der Rat „an sant Christoffel zuo Oberdorf 2 Gulden“
Journal 1458
1462 am 6. April erteilt Papst Pius II., damit die der allerseligsten Jungfrau Maria geweihte Pfarrkirche in Oberdorf, wie es sich gebührt, besucht, die Gläubigen um so eifriger in ihr zusammenströmen, um himmlische Gnaden zu erlangen, allen denen, die an Weihnachten und Mariäverkündigung und am Kirchweihfest diese Kirche andächtig besuchen und zu ihrer Erhaltung und Ausschmückung ein Almosen spenden, einen Ablass auf ewige Zeiten.
Urkunde im Stiftsarchiv.
1467 sind Kirche und Kirchhof durch Blutvergießen entweiht.
1467 am 8. April reconciliert Thomas, Bischof von Agathopolis, Weihbischof des Bischofs Hermann von Konstanz, im Auftrag des Bischofs von Lausanne die Kirche der heiligen Maria in Oberdorf, ihre zwei Altäre und den Kirchhof und erteilt allen, welche die Kirche an nachbenannten Festen in wahrer Bußgesinnung und nach guter Beicht besuchen und zur Erhaltung und Ausschmückung der Kirche etwas beitragen, einen Ablass. Die Feste, die genannt werden, weisen wohl auf die Patrone der geweihten Altäre hin.
Genannt sind die Feste der heiligen:
- zwölf Apostel,
- drei Könige,
- Mauritius,
- Ursus,
- Nikolaus,
- Antonius,
- Fabianus,
- Sebastianus,
- Christophorus,
- Katharina,
- Appollonia,
- Margaretha,
- Agnes,
- Barbara,
- Dorothea,
- Anna.
Urkunde im Stiftsarchiv.
1490, Donnerstag nach Martini, stellen Schultheiß und Räte der Stadt Solothurn zugunsten der „Leutkirche zu Oberdorf“ einen Bettelbrief aus. Turm und Kirche sind baufällig. Die Kirche braucht zudem Glocken, Kelche, Meßbücher und andere Zierden. Sie ist geweiht zur Ehre Gottes, ferner:
- unserer lieben Frauen sant Marien, der Fürsprecherin aller Todfeinde,
- St. Johannes des Täufers,
- aller hl. Zwölfboten,
- der hl. drei Könige,
- St. Nikolausen,
- St. Katharinen,
- St. Barbaren.
- St. Othilien und viel anderer Heiligen
Urkunde im Stiftsarchiv.
1503–1510 werden die Kirche und die alte Pfarrwohnung neu gebaut.
Ratsmanuale und Journale.
1511 und 1513 stiftet der Rat je ein Fenster in die Kirche.
Journale.
1514 am 24. September, einem Sonntag, weiht Anymo de Montefalcone, Fürstbischof von Lausanne, die Pfarrkirche in Oberdorf.
Kirche und einen Altar zu Ehren der heiligsten Dreifaltigkeit und der glorwürdigen Jungfrau Maria, den Altar auf der Epistelseite zu Ehren von
- St. Johannes d. Täufer,
- St. Antonius,
- St. Quirinus,
- St. Theodul;
Den Kirchweihtag setzt er fest auf den Dreifaltigkeitssonntag, „wie es schon seit alters in Übung war“.
Urkunde im Stiftsarchiv.
1525, unter dem Druck des Bauernkrieges, denkt der Rat daran, den Wohnsitz des Pfarrers nach Oberdorf zu verlegen.
R.M. 13. 253. 308.
1559 wird das Sigristenhaus erbaut.
R.M. 65. 86.
1579 um den 8. Oktober visitiert der päpstliche Nuntius Johannes Franciscus Bonhomini in Oberdorf.
L.R. Schmidlin: Glaubenskampf, S. 368.
1581 stiftet Propst Urs Häni eine Scheibe nach Oberdorf.
1581 stiftet auch Hans Jakob vom Staal eine Scheibe in die Kirche von Oberdorf.
Hugo Dietschi, a.a.O. S. 22.
1582: zweitälteste in Oberdorf erhaltene Glocke.
III. Die jetzige Pfarrkirche in Oberdorf
1595 am 1. Juli erbittet Hans Jakob vom Staal in Rom von Papst Clemens VIII. das Privileg, dass alle, die wegen Alter, Mangel an Zeit, Armut, körperlicher Schwäche, Krankheit oder anderen Ursachen an einer Wallfahrt nach Einsiedeln gehindert sind, in in Oberdorf die nämlichen Gnaden und Ablässe erhalten, wie wenn sie eine nach Einsiedeln versprochene Wallfahrt wirklich ausgeführt hätten, bei Erfüllung folgender zwei Bedingungen:
- dass sie an sieben aufeinanderfolgenden Tagen die Kirche in Oberdorf besuchen,
- dass sie, nach würdiger Beicht, während dieser sieben Besuche einmal in der Kirche zu Oberdorf die hl. Kommunion empfangen.
Durch dieses päpstliche Privileg, das für „ewig“ gegeben wurde, war Oberdorf zum solothurnischen Einsiedeln geworden.
1595 am 23. November wird das päpstliche Atteststück von geistlichen und weltlichen Behörden und dem Volke von Solothurn und der Umgebung in feierlicher Prozession wie im Triumph nach Oberdorf gebracht.
Missiven 1595. 51. 236, und Jahrzeitbuch Oberdorf.
1600 wird mit den Vorarbeiten zu einem Neubau der Kirche begonnen,
weil die bisherige zu klein geworden war.
1603 am 5. August, am Feste Mariae zum Schnee, wird der Erststein zur neuen Kirchegelegt „mit gemeiner Prozession und großer Sollemnität“.
Stiftsprotokoll 1603.
1607 wird mit päpstlicher Dispens der bisherige Kuratkaplan des Stiftes zum Pfarrer erhoben.
R.M. 1607. 183.
1608 nimmt der Pfarrer ständigen Wohnsitz in Oberdorf.
1609 wird der Chor der alten Kirche als „Muttergotteskapelle“ in Anpassung an die neue Kirche neu aufgebaut.
Urkunden im Pfarrarchiv.
1610 stiftet der Rat eine Wappenscheibe in die Kapelle Unserer Lieben Frau in Oberdorf.
Hugo Dietschi: a.a.O. (1941), S. 11.
Nach Vollendung des Kirchenbaues „nimmt die vorige Wallfahrt sowohl als der Ort (Oberdorf) täglicher Miracelhalb allzeit stärker zu“
Haffner II. 351
1615 am 20. Dezember weiht Johannes von Watenwil, Bischof von Lausanne, die neue Kirche und fünf Altäre, und zwar die Kirche „auf den Namen und zur Ehre der glorreichsten Jungfrau Maria“ den Hochaltar zu Ehren der allerheiligsten Dreifaltigkeit.
Die Weiheurkunde des Hochaltars (des Dreifaltigkeits-Altars) ist im Original erhalten.
- Den äußeren Seitenaltar auf der linken (Evangelien-) Seite in der kleinen Kapelle weiht der Bischof zu Ehren von: St. Anna
- Den anschließenden inneren Altar auf der linken Seite zu Ehren von:
St. Urs und Viktor und ihrer Gefährten - Den inneren Altar auf der rechten (Epistel-) Seite zu Ehren von:
St. Laurentiusund St. Agnes, Jungfrau und Martyrin - Den äußeren Altar auf der rechten Seite in der kleinen Kapelle zu Ehren von: St. Johannes Baptistaund St. Johannes, Evangelist
Die Angaben sind gemacht nach der Aufzeichnung im Jahrzeitbuch, die aber in Bezug auf die Zahl der Patrone der Seitenaltäre sicher nicht vollständig ist.
1615 am 31. Dezember weiht Bischof Johannes von Watenwil in der „größeren Kapelle“ derselben Kirche drei weitere Altäre, und zwar:
- Den mittleren Altar zu Ehren der Allerseligsten Jungfrau Maria
- Einen zweiten Altar zur linken Seite zu Ehren der Heiligen Drei Könige
- Einen dritten Altar zur rechten Seite zu Ehren des Heiligen Kreuzes
In die acht Altäre schloss der Bischof Reliquien ein von St. Ursus, Mart. (Nach der kurzen Auszeichnung im Jahrzeitbuch)
1619 am 27. April setzt das bischöfliche Ordinariat das Kirchweihfest definitiv auf den Sonntag vor dem St.-Thomas-Tag, damit es nie durch das Weihnachtsfest verdrängt werde.
Urkunde im Pfarrarchiv.
1622 erlaubt Papst Gregor XV. auf Wunsch von Schultheiß und Rat von Solothurn die Verlegung des Klosters Beinwil nach Oberdorf. (Die Verlegung kam nicht zur Ausführung; das Kloster Beinwil zog nach Mariastein).
R.M. 1622. 257.
1646 am 6. Juli wird die Rosenkranzbruderschaft errichtet. Der Muttergottesaltar wird zugleich Altar der Rosenkranzbruderschaft.
Urkunde im Pfarrarchiv.
1628 und 1631: neue Glocken in Oberdorf
1648 am 28. August stiftet Altrat Hauptmann Urs Gibelin, „betrachtend den großen Zulauf des einheimischen und fremden Volkes zu diesem gnadenreichen Ort“, „zu Ehren Gottes und seiner glorwürdigsten Mutter Maria“ eine Kaplanei „zu Hilf des Pfarrherren“. Das Besetzungsrecht der Kaplanei überträgt er dem Rat.
R.M. 1648. 152.
1666 meldet Franz Häffner: „zur gnadenreichen Kirche und Wallfahrt, genannt zu Unserer lieben Frau in Oberdorf, ist täglich von Fremden und Einheimischen großer Zulauf wegen der vielseitigen Wunderzeichen.“
Schwab-Platz II. 346.
1676 wird (wie schon 1604 in Aussicht genommen war) auch das Schiff der Kirche eingewölbt, um, wie der Rat von Solothurn sagt, „die Andacht der Kirchen Beatae Virginis zu Oberdorf zu mehren und das Ort berühmt und nutzbar zu machen“.
Die Pläne macht Pater Franz Demetz, der Missionsvater der Jesuiten in Solothurn. Gleichzeitig wird die Sakristei größer gebaut. Zwischen 1676 und 1688 werden Kirche und Sakristeivon der Stuckateurfamilie Schmutzer aus Weissenbrunn (Bayern) ausgestuckt. (Michael Schmutzer stirbt in Oberdorf am 19. Oktober 1676.)
Die Altäre erhalten ihren heutigen Barockaufbau. In der Muttergotteskapelle werden, um für den Aufbau des Muttergottesaltares und das farbige Ostfenster genügend Platz zu bekommen, die beiden Seitenaltäre entfernt. Ebenso wird der St.-Johannes-Altar in der rechten vorderen Seitenkapelle beseitigt, um Platz für ein Fenster nach Süden zu schaffen.
Hinter dem Hochaltar wird das große Maria-Himmelfahrts-Bild von Stella (1604), das bisher hinten in der Kirche platziert war, angebracht. Die gesamte Kirche erhält dadurch den Charakter einer Marienkirche. Da die Unterbauten sämtlicher fünf noch verbleibenden Altäre sorgfältig bewahrt wurden, istkeine neue Konsekration nötig.
Urkunden im Pfarrarchiv.
1744 wird das Missionskreuz auf dem Kirchhof erstellt mit der Aufschrift: „Nur kein Todsünd!“
1751 erhält das Pfarrhaus seine jetzige Front.
1758 wird auf Bemühen des Pfarrers Johann Joseph Wirz in Oberdorf ein neues Schulhaus gebaut.
1764 wird der unhaltbar gewordene gotische Turmhelm (vgl. Darstellung von David Herrlibergers Stadtansicht von Solothurn aus dem Jahre 1758 und das Rosenkranzbruderschaftsbild in der Kirche von Oberdorf von ca. 1660) abgebrochen, der Turm um ein Stockwerk erhöhtundmit dem heutigen Helm gekrönt.
Urkunden im Pfarrarchiv und Notizen im Jahrzeitbuch
1784 gründet Pfarrer Christoph Bieler die Sakramentsbruderschaft
Flumenthalakten, Nr. 34
1861 wird unter Pfarrer Joseph Wirz die Kirche innen renoviert.
1872 wird durch eine Stiftung der Familie Tugginer von Solothurn und eine Kollekte unter den Pfarrkindern der Kirchgemeinde Oberdorf ein neuer, marmorener Hochaltar aus der Werkstätte von Marbrier Adler in Langendorf ermöglicht.
1872 am 15. August, am Feste Mariä Himmelfahrt, weiht Eugenius Lachat, Bischof von Basel, den neuen Hochaltar, während Dompropst F. Fiala die Festpredigt hält. Ein Weiheakt ist nicht überliefert, doch dürfte der Altar geweiht sein zu Ehren der Allerseligsten Jungfrau Maria, die in den Himmel aufgenommen ist.
Vgl. die Tagespresse: Tagblatt, Echo, Landbote und Soloth. Anzeiger zwischen dem 14. und 22. August 1872.
Im Kulturkampf wird die Kaplanei nicht mehr besetzt; das Kaplaneihaus mit Hofstatt, das Sigristenhaus mit Hofstattund verschiedene Liegenschaften werden verkauft.
Die fünf Glasgemälde, dersilberne Schwurarm von 1472 und andereKunstgegenstände werden in Museen abgegeben. DieBittgänge werden als abgeschafft erklärt. Die Kirche verarmt und verlottert. Das kirchliche Leben schwindet.
Seit 1889, seit Pfarrer Arnold Gisiger, bemühen sich die Pfarrer von Oberdorf, die Kulturkampfwunden wieder zu heilen.
1903 am 11. November, am St.-Martins-Tag, weiht Leonhard Haas, Bischof von Basel und Lugano, den neuen aus der Werkstätte von Hermann Adler in Langendorf hervorgegangenen Altar in der Muttergottes-Kapelle zu Ehren der: Allerseligsten Jungfrau Maria, der Königin des Himmels, der Königin des hl. Rosenkranzes, des Sitzes der Weisheit, der Ursache unserer Freude.
IV Die St.-Michaels-Kapelle auf dem Friedhof
1613 am 19. April erlaubt der Rat von Solothurn den Kirchgenossen von Oberdorf, ein Beinhaus auf dem Kirchhof zu bauen.
R.M. 1613. 157.
1614 nehmen sich Landvogt Benedikt Glutz, der spätere Bannerherr von Solothurn, und seine Gemahlin Barbara Sury der Kapelle an und verhelfen ihr zur äußeren und inneren Vollendung.
1616 am 4. Januar weiht Johann von Watenwil, Bischof von Lausanne, den Altar in der Beinhauskapelle zu Oberdorf zu Ehren folgender Patrone:
- Allerseligste Jungfrau Maria
- St. Michael, Erzengel
- St. German, Abt
- St. Ursus, Martyrer
- St. Quadratus, Martyrer
- St. Sebastianus, Martyrer
- St. Rochus, Bekenner
- St. Nicolaus, Bischof
- St. Christophorus
- St. Katharina, Jungfrau und Martyrin
- St. Ursula, Jungfrau und Martyrin
- St. Barbara, Jungfrau und Martyrin
- St. Maria Magdalena, Büßerin
- St. Elisabeth
In den Altar schloss er Reliquien ein von St. Ursus, Martyrer.
Die Weiheurkunde ist erhalten.
1616 am 10. und 11. Januar bestätigt Bischof Johannes von Watenwil von Lausanne, dass Benedikt Glutz die St.-Michaels-Kapelle auf dem Kirchhof zu Oberdorf mit einem Kapital von 400 Pfund ausgestattet habe mit der Bedingung, dass jährlich für ihn und seine Nachkommen auf ewige Zeiten 13 Messen, davon ein Teil in der St.-Michaels-Kapelle selbst, gelesen werden sollten.
Original-Urkunde im Besitz der Familie Albert von Glutz sel. in Solothurn
Vgl. Jahrzeitbuch unterm 26. Januar und anderen Stellen.
Auch andere Jahrzeiten werden in der St.-Michaels-Kapelle gestiftet.
1763, 1796 und 1805: In der Pfarrei Oberdorf verstorbene fremde Geistliche werden in der St.-Michaels-Kapelle begraben.
1836 wird die St.-Michaels-Kapelle zu einem Leichenhaus eingerichtet, „dem ersten im Kanton“. Damit beginnt die Verwahrlosung.
P. Strohmeier: Der Kanton Solothurn.
1904–1906 macht die Schweizerische Gesellschaft zur Erhaltung von Kunstdenkmälern Anstrengung zur Renovation der St.-Michaels-Kapelle. Sie erklärt sich zu einem Beitrag bereit, findet aber bei der Kirchgemeinde keine Hilfe. Nur später werden Dach und Außenseite instand gestellt. Innen ist der Zustand völlig unwürdig.
1924 lässt Pfarrer Mösch durch Prof. August Weckbecker, Bildhauer aus München, der eben in der St.-Ursen-Kirche arbeitet, das Kruzifix an der Südseite der Kapelle anbringen.
Quellenangabe
- Hon. J. Lösch, Unsere Liebe Frau von Oberdorf, Domherr, früherer Pfarrer von Oberdorf, herausgegeben von der römisch-katholischen Pfarrei Oberdorf (Kanton Solothurn), 1942.
