Inhaltsverzeichnis
Einführung
Stellbuebe
Die «Stellbuebe» haben ihren Ursprung im Militär. Der Begriff geht darauf zurück, dass sich die jungen Männer der Armee «stellten».
In der Nacht nach ihrer Aushebung kehrten sie nicht nach Hause zurück, sondern tranken das eine oder andere Gläschen Alkohol und trieben allerlei Schabernack. Beispielsweise entwendeten sie nachts Gegenstände aus Vorgärten und trugen diese an einem Platz zusammen. Dort mussten sie die Dorfbewohnerinnen und -bewohner tags darauf abholen (https://www.lebendige-traditionen.ch/tradition/de/home/traditionen/staecklibuebe-und-maitannli.html).
Maitannli
Das Maitannli stellen ist ein Beispiel einer alt überlieferten und über Generationen weitergegebenen Tradition von Jugendlichen, hinter welcher keine Organisation durch einen Verein o.ä. steht. Die ältesten Hinweise auf das Maitannli aus dem Kanton Bern datieren bereits aus dem 16. Jahrhundert (https://www.lebendige-traditionen.ch/tradition/de/home/traditionen/staecklibuebe-und-maitannli.html).
Die Maitanne war einst ein Liebesgeschenk eines jungen Burschen an seine Auserwählte aus demselben Jahrgang. Mit viel Mühe wurde die Tanne auf dem Grundstück der Angebeteten aufgestellt – ein echter Liebesbeweis!
Hatten sich mehrere Burschen in dieselbe junge Frau verliebt, durfte dieser den Baum des Rivalen fällen oder kürzen und seine eigene Tanne platzieren.
Heutzutage hat sich dieser Brauch gewandelt und jedes Lommiswiler Mädchen des Jahrgangs erhält in der Regel ein Maitannli. Egal ob Junge oder Mädchen, alle helfen beim Aufstellen der Bäume mit – ein gemeinsames Fest für alle!
An der Hauptstrasse 3 in Lommiswil, dem ehemaligen Zentrum des Ortes, wo sich einst das COOP befand, werden jedes Jahr zwei grosse Tannen aufgestellt. Dort werden auch die Fotos und Namen der Jahrgänger/-innen in einem Schaukasten präsentiert.
Zusätzlich werden «Freundschaftstannli» in den benachbarten Dörfern Selzach und Bellach aufgestellt.
Woher stammt der Ausdruck „Holzbirli“?
Auf alten Fotos der Lommiswiler Stellbuebe entdeckt man oft den Namen „Holzbirli-Buebe“. Aber woher stammt dieser ungewöhnliche Ausdruck?
„Die Allmend, nördlich des Dorfes, war bis ca. 1920 noch nicht kultiviertes Agrarland. Es hatte dort eine vielseitige Vegetation, unter anderem auch wilde Birnenbäume und zwar meist in Form von Büschen und Stauden. Da sie nur kleine und ungeniessbare Früchte trugen, sagte man ihnen Holzbirli.
In früheren Zeiten herrschten zwischen den einzelnen Dörfern und Weilern kleinere, manchmal auch grössere Fehden. Es ist anzunehmen, dass mancher Zwist auch aus Eifersucht entstand. Fremde ‚Chilter‘, die hübsche Lommiswilerinnen besuchen wollten, wurden von den einheimischen Burschen nicht mit Samthandschuhen angefasst. Manch einer landete in einem der zahlreichen Brunnentrögen. Den Lommiswiler Burschen, die auswärts ihre Geliebten aufsuchten, erging es allerdings nicht besser. Nur waren sie bekannt als besonders harte Kerle im Geben und Nehmen. Bekannt waren sie auch unter dem Namen Houzbirli-Buebe, nicht nur wegen ihren harten, hölzigen Köpfen, sondern auch wegen der oben erwähnten Houzbirlis.
Die Gehässigkeiten unter den Dörfern wurden durch solche Übernamen natürlich noch geschürt. Die Oberdörfer nannte man Chäsbuebe, die Langendörfer Chutze und die Bellacher Frösche.“
Quelle: Jubiläumsbroschüre „30 Joor Schnudernase 1996“, Seite 12
Fotos
Jahrgang 1902 (?)

Der 2. von links in der hintersten Reihe ist möglicherweise der Schmied, Josef von Burg (geb. 13.4.1902). Quelle: Franz Flury
Jahrgang 1909
Der junge Mann mit der Handorgel ist Peter von Burg.

Quelle: Peter von Burg
Jahrgang 1910

Jahrgang 1915

Jahrgang 1917

Jahrgang 1919


Jahrgang 1923
Der zweite und der dritte Bursche von rechts in der hinteren Reihe sind die Zwillinge Fritz und Ernst Burkhalter (geb. 24.9.1923).

Quelle: Rita Iseli-Burkhalter
Jahrgang 1925
Der Jahrgang war geprägt durch das Kriegsgeschehen. Auf dem Plakat steht: „25er im Angriff“.


Jahrgang 1930

3. unten links: Kurt von Burg, Türliberg – vorne Mitte: Josef Stebler aus dem Gässli –
Fritz Albert Kofmehl (1930 – 1973).
Jahrgang 1933

2.v.r. hinten ist Roland von Burg (1933 – 2002). Quelle: Fabian Schaad
Quellenangaben
- Die lebendigen Traditionen der Schweiz, Stäcklibuebe und Maitannli, https://www.lebendige-traditionen.ch/tradition/de/home/traditionen/staecklibuebe-und-maitannli.html (aufgerufen am 31.7.2024)
- Erklärung Holzbirli-Buebe: Jubiläumsbroschüre „30 Joor Schnudernase 1996“, Seite 12
