Inhaltsverzeichnis:
- Gründung 1906
- Statuten 16. Mai 1908
- Fahnenweihe vom 8. November 1908
- Prozession, ca. 1930
- Mitglieder
- Spielplatz und Pachtvertrag
- Vereinslokal
- Resultate
- Preise
- Vereinsauflösung 1937
- Quellenverzeichnis

Gründung 1906
Die Hornussergesellschaft Lommiswil wurde 1906 gegründet. In den ersten Jahren seines Bestehens hatte der Verein folgende Mitglieder:
- Emil Affolter
- Emil Aubri
- Leo Blunier
- Hans Burkhalter
- Johann Burkhalter (Vater)
- Raimond Flück
- Leo Gisler
- Fritz Leibundgut
- Adolf Liechti
- Fritz Lüdi
- Hans Marx
- Ernst Mathys
- Albert Rüfenacht
- Hans Rüfenacht
- Fritz Schneider
An der Generalversammlung vom 16. Mai 1908 setzten die Gründungsmitglieder ihre Unterschriften unter die frisch beschlossenen Statuten und legten somit den Grundstein für die Hornussergesellschaft. Nur wenige Monate später, am 8. November 1908, standen sie gemeinsam im Regen und Schnee, um ihre Fahne zu weihen. Die Hornussergesellschaft Derendingen war Patensektion und als Fahnengötti wirkte Matthias Schneitter.

In einem Akt der Anerkennung und Unterstützung gewährte die Bürgergemeinde Lommiswil der Gesellschaft am 7. Februar 1909 einen Beitrag von 25 Franken aus der Forstkasse. Zwei Jahre später, am 5. Februar 1911, zeigte auch die Gemeindeversammlung ihre Wertschätzung mit einem jährlichen Zuschuss von 30 Franken.
Statuten 16. Mai 1908
Im Archiv der Gemeinde Lommiswil haben glücklicherweise viele Unterlagen überlebt, die uns Aufschluss über das Wirken des Hornusservereins geben. Darunter befinden sich auch zwei Vereinsbücher. Das erste enthält als ersten Eintrag die handgeschriebenen Statuten, datiert 18. Mai 1908.






Fahnenweihe vom 8. November 1908
Im Vereinsbuch finden wir folgenden Eintrag:
Der Morgen stieg in schönem Wetter auf. Fröhlichen Mutes kamen um 8 Uhr die Mitglieder unserer Gesellschaft zusammen, um auf dem Festplatz die Rise auszumessen. Um 9 Uhr rückte die Patensektion Derendingen an, welche auf freundlichste empfangen wurden.
Gegen Mittag rückten die Hornussergesellschaften von Ökingen und Obergerlafingen an. Gegen Mittag 12 Uhr rückten auch die wackern Hornusser von Grenchen und Recherswil an. Als die lustigen Hornusser gemütlich beim Mittagessen sassen, fing es draussen zu regnen an. Doch die wackeren Hornusser liessen sich nicht abschrecken.
Um 1 Uhr Nachmittags gingen sämtliche Gesellschaften mit der Musik begleitet auf den Schulhausplatz. Mit markigen Worten sprach hier der Präsident der Patensektion Derendingen, Herr Jakob Scheidegger.
Der Fahnegötti war Math. Schneiter Ammann. Die Fahne wurde übergeben und als Angebinde schenkten die Derendinger ein prachtvolles Trinkhorn. Petrus öffnete die Schleusen des Himmels immer mehr und es fing sogar zu schneien an. Trotzdem ging der ganze Festzug auf den Festplatz und es wurden 2 Rise gespielt.
Am halb 4 Uhr gab es Gefechtsabbruch, denn bei dem Hundewetter war das Hornussen keine Freude mehr. Nun ging’s hinter das „z Vieri“. Dann erfolgte die Ehrenkranz-Verteilung. Nachher nahmen die Hornussergesellschaften von uns Abschied. Die wackeren Derendinger begleiteten wir noch auf den Bahnhof und nahmen hier von uns Abschied. Wir gingen ins Lokal zurück und verlebten hier noch einige gemütliche Stunden.
Die Fahnenweihe der Hornussergesellschaft Lommiswil wird jedem Mitglied in tiefer Erinnerung bleiben.
Lommiswil, den 10. Nov. 1908
Der Präsident: Liechti Walter
Der Aktuar: Rüfenacht Hans

Mitglieder
Analyse der Mitglieder 1935
Eine Analyse der 20 Mitglieder der Jahre 1935–1936 zeigt, dass der Beruf des Uhrmachers überproportional vertreten war: 60 % der Gruppe übten dieses Handwerk aus.
Das Durchschnittsalter lag bei 38 Jahren, wobei das jüngste Mitglied (Jahrgang 1916) neunzehn und das älteste (Jahrgang 1885) einundfünfzig Jahre alt war.
| Beruf | Anzahl Mitglieder | Namentliche Beispiele |
|---|---|---|
| Uhrmacher | 12 | Burkhalter Hans, Portmann Adolf, Meier Otto, Blunier Leo, u.a. |
| Maurer | 2 | Adam Walter, Von Burg Herm. |
| Landarbeiter / Landwirt | 2 | Adam Adolf, Flury Josef |
| Schmied | 1 | Von Burg Josef |
| Gipser | 1 | Schaad Josef |
| Bahnarbeiter | 1 | Kofmehl Walter |
| Lehrling | 1 | Marti Jakob |

Bild verbessert und coloriert mit „MyHeritage“-Tool. Quelle: Franz Flury
Von links nach rechts in der stehenden Reihe: Ledermann, Wüthrich, von Burg Hermann, Flury Josef (Wilhelms), Adam Adolf, Portmann Adolf, Flückiger Walter, Kofmehl Walter
In der sitzenden Reihe: Adam Walter, Schneitter Johann sen., Flück Raimond, Gisler Leo, von Burg Josef (Schmied), von Burg Walter
Liegend: Schneitter Johann jun., Meier Walter (Brosi)
Einzelne Mitglieder (1919)
Gesichter aus Gruppenfoto mittels MyHeritage-Technologie isoliert und qualitativ aufgewertet.




Spielplatz und Pachtvertrag
Die Hornussergesellschaft führte ihre Spiele auf der Grossmatt nahe dem „Vorstädtli“ durch.
Im Jahr 1931 schloss der Verein einen Pachtvertrag mit Mathias Schneitter ab für die „Abschnitte der Grundstücke Nr. 717.331.732.968.735, zusammen einen Flächeninhalt von 2 Jucharten und 1400 Fuss nach Plan.“
Eine „Juchart“ ist ein altes Flächenmass, das vor allem in der Schweiz verwendet wurde. Der Begriff stammt vom Verb juchzen als Mass dafür, wie viel Land ein Bauer an einem Tag mit dem Pflug bearbeiten konnte.
Umgerechnet in moderne Masseinheiten entsprach das gepachtete Grundstück 6’934 m2.


Vereinslokal
Das Restaurant Bahnhof diente als Vereinsheim der Hornussengesellschaft, wo zudem stolz der Fahnenkasten präsentiert wurde. Der Abschuss-Bock befand sich viele Jahre lang im Stall des Burkhalter-Hauses an der Bächlisackerstrasse.
Resultate
Im Archiv der Gemeinde Lommiswil haben sich noch ein paar Kampfrichterlisten erhalten, die uns Aufschluss über die Resultate der Spieler geben.




Preise


Vereinsauflösung 1937
Am 31. März 1937 fand die letzte Generalversammlung der Gesellschaft statt. Obwohl diese noch von grosser Hoffnung für die Zukunft geprägt war, stelle der Verein kurz danach seine Aktivitäten ein.
Quellenverzeichnis
- Gruppenfoto: Franz Flury, Lommiswil
- Addressbuch der Kantone Solothurn, Aargau und Baselland 1924/25: Erwähnt in „Lommiswil – Die Geschichte eines Dorfes am Fusse der Hasenmatt“ von Erhard Flury, 1992. Herausgeber: Bürgergemeinde Lommiswil.
- „Lommiswil – Die Geschichte eines Forfes am Flusse der Hasenmatt“ von Erhard Flury, 1992. Herausgeber: Bürgergemeinde Lommiswil
- Preise und Pokale: Archiv der Gemeinde Lommiswil






