Inhaltsverzeichnis
- Gründung 1908
- 1909 – 1912
- Gesangsflucht: Ein Fall für den Vertrauensarzt
- 1919 – 1929
- 1933 – Silberjubiläum unter Obstbäumen
- Strafen-Kassier
- Kriegsjahre
- 1958: Ein halbes Jahrhundert im Takt
- 1960er
- Die 70er: Sinkende Mitgliederzahlen
- 1984: 75. Jubiläum
- 1983 – 1986
- 1987: SRF Auftritt in Live-Sendung „Diräkt us…“
- 1994: Vereinsreise nach Saas Allmagell
- 1996: Der Männerchor Solothurn tritt der Chorgemeinschaft bei
- 2008: Hundert Jahre Männerchor
- Fotogallerie Jubiläumskonzert, 31.5.2000
- Quellenverzeichnis
Gründung 1908
Das Jahr 1908 war für einige Männer aus Lommiswil ein ganz besonderes. Im Winter dieses Jahres trafen sie sich zum Frühschoppen im Restaurant Tannegg und fassten den Entschluss, einen Männerchor zu gründen. Die ersten Statuten wurden am 26. Februar 1908 genehmigt. Darin lautete der Zweckartikel 1: „Der Männerchor Lommiswil bezweckt die Pflege des Gesangs und enthält sich jeder politischen und konfessionellen Tendenz.“

Der erste Präsident hiess Adolf Gfeller, und als erster Dirigent amtete Emil Mollet. Unter seiner Leitung sang der Verein am 3. August, anlässlich der Einfahrt des ersten Zuges „Solothurn-Moutier“, beim Bahnhof Lommiswil das Lied „Trittst im Morgenrot daher“. Eine Gratisfahrt nach Moutier war der Lohn für diesen Gesangsbeitrag.
Wilhelm Flury löste noch im Gründungsjahr Emil Mollet als Dirigenten ab. Mit viel Mut und Energie trat er mit seiner Sängerschar für die Pflege des Gesangs ein.
Jeweils im Herbst zog der Männerchor, zum Dank an seine finanziell unterstützenden Passiv- und Ehrenmitglieder, singend durchs Dorf. In der Wirtschaft von Ammann Schneitter (Restaurant Bahnhof) gab es den ersten Aufenthalt. Nachdem ein paar kräftige Lieder ihre letzten Töne im Walzertakt verklingen liessen, stärkten sich der Grosse wie der Kleine, der rochligste Bass Säm, wie die feingeführte Tenorstimme Ledermanns, auch der Präsident und der Materialverwalter, sowie alle übrigen tapferen Sänger ihre erkalteten Kehlen mit einem guten Tropfen.
Nachher ging es wieder singend und mit fröhlichem Humor weiter zur Wirtschaft „Flury“ (Restaurant Pflug). Hier wiederholte sich das Singen und das Kneipen. In Reih und Glied, wie geschulte Rekruten, ging es weiter zur Wirtschaft „Stuber“ (Restaurant Lamm). Bald wurde dem köstlichen Rebensaft zu viel zugesprochen, bis die Fröhlichkeit in der Wirtschaft „Wingeier“ (Restaurant Bären) fortgesetzt wurde. Auch in der Wirtschaft Tannegg, bei den Gfellers, herrschte bald wieder ein Leben voller jugendlicher Freude. Da sah man deutlich, dass der Männerchor nicht vom Schicksal des Streites und der Zwietracht heimgesucht wurde. Fazit: Neben viel Strenge war diese Vereinszeit eine selige, so dass man schon damals behauptete: „Möge es noch öfters so sein!“
Im Oktober folgte die erste Abendunterhaltung im Saal des Restaurants Tannegg. Zu den Liedervorträgen gesellten sich eine komische Pantomime „Der Dorfbarbier oder der geprellte Liebhaber“ und das Theaterstück „Bettler Butzli vor Gericht“. Der Eintritt betrug 50 Rappen!
1909 – 1912
Bereits im Januar 1909 folgte der nächste Unterhaltungsabend mit zwei Liedern und dem Lustspiel „Die Tochter des Regiments“. Der Eintritt im Saal wurde auf einen Franken und auf der Galerie auf 80 Rappen festgelegt. Schon damals hiess es „Rauchen während der Aufführung verboten!“
Bei der allerersten Generalversammlung kam die frohe Botschaft, dass der Gemeinderat sich grosszügig zeigte und die Petroleumkosten für die Lampe im Probelokal übernahm. Dem Dirigenten wurde zusätzlich zum Honorar eine Gratifikation von zehn Franken zugesichert.
Das Vereinsleben war gespickt mit geselligen Highlights: Versammlungsempfänge, Wanderungen, Waldfeste und vieles mehr. Für die musikalische Untermalung sorgte das erste Volks-Harmonium, stolz erstanden für 426 Franken – bar bezahlt und mit einer 10-Jahres-Garantie versehen.
Ein besonderes Highlight war die Fahnenweihe am 7. Mai 1911, bei der die Musikgesellschaft Lommiswil die ehrenvolle Rolle der Patensektion übernahm. Als Fahnengötti fungierte der Kantonsrat und Ammann A. Kocher aus Selzach. Das Jahr zog weiter seinen Kreis mit einem Auftritt beim Musik- und Sängerfest in Münster und dem ersten Besuch des Sängertags in Solothurn im Oktober. Um die musikalische Ausstattung zu vervollständigen, wurde kurzerhand ein Klavier für 850 Franken angeschafft – auf Kredit von der Kantonalbank.
Eine der ersten Sängerreisen führte im Jahr 1912 auf den Balmberg – zu Fuss!
Gesangsflucht: Ein Fall für den Vertrauensarzt
Ums Jahr 1912 wurde im Männerchor Lommiswil eine „Kreativkrankheitswelle“ zur Probenflucht entdeckt. Mitglieder fanden plötzlich, dass ein Husten oder Schnupfen die perfekte Ausrede war, um den Gesangsübungen fernzubleiben.
Der Verein roch den Braten und fand, dass es allzu leicht war, sich mit einem gefälschten Arztzeugnis aus der Affäre zu ziehen. Also kam die Idee auf: Dr. Bott aus Solothurn sollte als Schiedsrichter in Sachen Gesundheit walten. Fortan gab’s grünes Licht für Entschuldigungen nur noch mit seinem Segen, und der Verein übernahm sogar die Rechnung dafür.
Aber der Verein setzte noch eins drauf: Dr. Bott wurde zur „notwendigen Strenge“ gemahnt. Ausserdem musste der Kranke vorab beim Präsidenten oder Aktuar vorstellig werden, um seine Vereinstreue per Stempel zu beweisen.
Die neue Regelung wurde gleich an einem „chronisch Abwesenden“ getestet. Trotz wiederholter Mahnungen weigerte sich das Mitglied, ein Arztzeugnis vorzulegen oder die fällige Busse zu zahlen. Prompt ging der Verein zum Angriff über und initiierte ein Betreibungsverfahren. Was folgte, war ein Gerichtsmarathon, der in die Annalen des Chores einging.
1919 – 1929
| 1919 | Beitritt zum Kantonalverband |
| 1923 | Einführung von Quartals-Versammlungen |
| 1925 | Erste Teilnahme am Kantonalgesangsfest in Grenchen. Die Sänger kehren mit einem Lorbeerkrank als Auszeichnung zurück. |
| 1929 | Am 23. Juni 1929 erlebte Lommiswil eine Premiere: Den ersten Bezirks-Sängertag, dessen Schicksal wetterbedingt bis 8.30 Uhr auf der Kippe stand. Doch pünktlich um 12.30 Uhr rollte der Empfang für die 22 Chöre, manche extra per Sonderzug angereist, am Bahnhof an. Mit der Musikgesellschaft an der Spitze marschierten alle zum Festgelände bei Eduard von Burg – einer idyllischen Hofstatt unter Bäumen. Dort wurde unter freiem Himmel gesungen, gelacht und gefeiert, bis auch die hartnäckigsten Sänger um zwei Uhr früh den Heimweg antraten. |
1933 – Silberjubiläum unter Obstbäumen
Am 24. September 1933 feierte der Männerchor Lommiswil sein 25-jähriges Bestehen, umgeben von der Pracht reifender Obstbäume. Mit dabei waren Gastchöre aus Oberdorf, Langendorf und Bellach, die gemeinsam mit der Damenriege und dem Turnverein zu einem gelungenen Fest beitrugen. Es war eine der schönsten und eindrücklichsten Feierlichkeiten, die das kleine Bergdorf bis dahin erlebt hatte.
Strafen-Kassier
Der Männerchor Lommiswil erweiterte sein Jahresprogramm geschickt um Theater- und Konzertbesuche befreundeter Chöre in Oberdorf und Selzach, in der Hoffnung, dass diese Gefälligkeit bei eigenen Veranstaltungen erwidert würde. Diese kulturellen Ausflüge dienten nicht nur dem geselligen Beisammensein, sondern auch dem strategischen Aufbau eines Publikums.
Um die nötigen Finanzen zu sichern, warb der Chor aktiv um zahlende Passiv- und Ehrenmitglieder in umliegenden Gemeinden, von Solothurn bis Grenchen über Langendorf, Oberdorf und Gänsbrunnen. Eine detaillierte Liste dieser Unterstützer zeugte von der weiten Vernetzung und dem Engagement des Chores.
Strenge Regeln prägten das Vereinsleben: Mitglieder, die ihre Bussen oder Beiträge schuldig blieben, wurden ohne Umschweife betrieben. Ein freiwilliger Austritt war unter diesen Umständen kaum möglich, denn laut Statuten war dieser nur erlaubt, wenn alle Schulden beglichen waren. Nicht selten endete ein solcher Konflikt mit dem peinlichen Ausschluss aus dem Verein.
Neben dem eigentlichen Vereinskassier gab es sogar ein eigenes Amt für die Strafenkasse. Zusätzliche Einnahmen generierte der Verein durch den Verkauf von Ster-Holz.
Trauerfeiern prägten leider ebenfalls das Vereinsleben. So erwies der Chor 1941 dem Gründer und Ehrenmitglied Hans Ledermann mit einem letzten Lied die Ehre.
Bis zu dieser Zeit gehörte es auch zur Tradition, dass der Männerchor jährlich am 21. Februar den Gottesdienst zu Ehren des Dorfpatrons St. German musikalisch bereicherte.
Kriegsjahre
Die Kriegsjahre hinterliessen auch im Männerchor Lommiswil ihre Spuren. 1945 musste die Generalversammlung ausfallen, da zu viele Sänger im Aktivdienst standen und die Reihen lichter denn je waren. 1947 rief der Präsident 1947 zu neuer Einigkeit auf, denn das Vereinsleben hatte unter den Kriegswirren gelitten. Mit frischem Wind wurde das Mai-Singen als neues Highlight ins Jahresprogramm gehoben.
1948 kam ein Wechsel auf dem Dirigentenpodest: Wilhelm Flury, geplagt von Krankheit, gab den Taktstock weiter an Max Gerber. Im Frühling des Jahres 1948 feierte der Chor stolz sein 40-jähriges Jubiläum. Ein besonderer Höhepunkt war die Weihe der zweiten Vereinsfahne am 17. Juni 1951. Frau Marie Bader-Stuber als Fahnengotte und Herr Wilhelm Flury, der ehemalige Dirigent, als Fahnengötti verliehen der Zeremonie zusätzlichen Glanz. Als Patensektion unterstützte der Männerchor Langendorf diesen feierlichen Anlass.
Doch die Dirigentenstelle blieb ein heißer Stuhl: Nach nur zwei Jahren übergab Max Gerber den Taktstock 1949 an Othmar Girard, bereit für neue Melodien und Kapitel in der Chorgeschichte.
1958: Ein halbes Jahrhundert im Takt

3. v. l. Otto Girard, 8. v.l. Fritz Flückiger, 11. v. l. Josef Meyer,
12. v. l. Werner Flury, 13. v. l. Heinz Friedli (Ammann)
Als der Männerchor Lommiswil sein 50-jähriges Bestehen erreichte, beging er diesen Meilenstein zunächst mit einer gemütlichen, internen Runde am 8. März 1958. Doch das eigentliche Spektakel entfaltete sich am 19. und 20. Juli in einer Festhütte, die die Sänger selbst unter kundiger Anleitung errichtet hatten.
Unter der straffen Leitung von Peter Bitzi, dem OK-Präsidenten, verwandelte sich der Samstagabend in ein Feuerwerk der Unterhaltung. Das Line-up bestand aus dem 8-köpfigen Orchester „Orion“, dem Conférencier Schneider, den akrobatischen Hunde „Maton Dogs“ und dem Akrobatik-Trio „Hermos“ – ein Ensemble, das die Kasse um stolze 1015 Franken erleichterte!
Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen des offiziellen Jubiläumsakts, zu dem sich örtliche Vereine und die gesamte Dorfgemeinschaft gesellten. Ein Fest, das nicht nur die langjährige Tradition des Chorgesangs feierte, sondern auch die Gemeinschaft, die ihn über all die Jahre getragen hatte.
1960er
Am 11. September 1960 besuchte der Männerchor den Bezirkssängertag in Feldbrunnen/St. Niklaus. Die Rückkehr hatte es in sich, denn beim Erklingen der letzten paar Töne verlor der tapfere Fähnrich sein Gebiss. Dank des betonierten Perrons konnte das unentbehrliche Stück rasch wieder gefunden werden.

1964 holten sich sechs Sänger bei einem spannenden Penalty-Schiessen am Dorf-Fussballturnier den begehrten Titel.
1964: Von links nach rechts: Ernst Hofer, Manfred Kofmehl, Willy von Burg, Adrian Stuber (kniend), Adolf Kofmehl, Rudolf Meier.
Die 70er: Sinkende Mitgliederzahlen
Nach einer längeren Suche nach einem würdigen Nachfolger für Othmar Girard, konnte endlich Peter Orlando für den Dirigentenstab gewonnen werden. Die Generalversammlung im Jahr 1970 gab grünes Licht für Girards wohlverdiente Demission und ehrte ihn für seine beachtlichen 21 Jahre am Pult mit dem Titel des Ehrendirigenten.
Peter Orlando, der neue musikalische Steuermann, hielt jedoch den Taktstock nur für eine kurze Zeit in der Hand; nach gerade einmal drei Jahren übergab er die Leitung an Pius Hug, der seit drei Jahren an der lokalen Primarschule unterrichtete.
Als die 70er Jahre dem Ende zugingen, sahen sich viele Chöre, so auch der Männerchor Lommiswil, mit dem Problem schwindender Mitgliederzahlen konfrontiert. In einem kreativen Schub beschloss man, die gute alte Tradition der Zinnbecher für fleissigen Probenbesuch wiederzubeleben, um die Motivation anzukurbeln.
Die Idee, einen gemischten Chor zu gründen, fiel 1976 bei der Generalversammlung durch, aber die Innovation liess nicht auf sich warten: Ab 1982 trat man als Chorgemeinschaft mit dem Männerchor Oberdorf und der Gesangssektion des FC Solothurn auf – eine musikalische Allianz, die jedoch nach zwei Jahren ein jähes Ende fand, als sich der Männerchor Oberdorf aus der Kooperation verabschiedete und kurz darauf ganz auflöste.
1984: 75. Jubiläum
Das Jahr 1983 stand ganz im Zeichen des 75-jährigen Jubiläums des Männerchors Lommiswil, ein Meilenstein, der unter der Regie von Martin Bur gebührend gefeiert wurde. Am 23. September verwandelte sich der Saal des Restaurants Tannegg in einen Festsaal, wo neben einem guten Nachtessen der Auftritt der „Bettlach Singers“ als musikalisches Geburtstagsgeschenk dargeboten wurde.

Quelle: Festschrift „100 Jahre Männerchor Lommiswil“
Der Höhepunkt des Jubiläums war zweifelsohne das Konzert in der Heilig-Geist-Kirche Lommiswil zwei Tage später, bei dem die Deutsche Schubert Messe unter der Leitung von Alfons Schaller und mit den Solo-Partien zum Besten gegeben wurde. Die Orgelklänge von Bruno Eberhard, dem Domorganisten der St. Ursenkathedrale, verliehen dem Anlass eine himmlische Note.
Kaum hatte sich der Applaus des Jubiläums gelegt, zog es den Chor 1984 auf eine unvergessliche zweitägige Vereinsreise nach Walscheid im Lothringischen. Heinz Friedli, mit verwandtschaftlichen Wurzeln in jene Gegend, erwies sich als perfekter Organisator dieses Abenteuers. Am Sonntagmorgen boten die Sänger auf dem örtlichen Friedhof und dem Dorfplatz einige ihrer Lieder dar, die vom Publikum mit Begeisterung und Applaus aufgenommen wurden.
1983 – 1986
Das traditionelle Singen zu Ehren der Verstorbenen am 1. November auf den Friedhöfen von Solothurn und Lommiswil wurde vom Männerchor Lommiswil in sein Jahresprogramm aufgenommen. Gleiches gilt für den Grillabend, der jedes Jahr den Abschluss des ersten Probehalbjahres feiert und nun ebenfalls einen festen Platz im Kalender des Chores findet. Zudem hat der Chor beschlossen, das Adventskonzert gemeinsam mit der Musikgesellschaft Lommiswil zu gestalten, was die vorweihnachtliche Zeit mit musikalischer Harmonie bereichert.
1987: SRF Auftritt in Live-Sendung „Diräkt us…“
Am 10. August 1987 wurde Lommiswil Schauplatz einer besonderen Fernsehübertragung. Unter der Leitung von Wysel Gyr sendete das Schweizer Fernsehen die Live-Sendung „Direkt aus…“, während der der Männerchor Lommiswil das Lied „Weinland“ zum Besten gab. Dieser Auftritt wurde ein prägender Moment für den Chor und trug zur Bekanntheit Lommiswils bei.
Link zur SRF-Livesendung vom 10. August 1987.
Link zur SFR Live-Sendung „Diräkt us…“, Auftritt Männerchor Lommiswil
Quelle:Schweizer Radio und Fernsehen SRF, SRF Play, https://www.playsuisse.ch/de (2024)

Der 12. Juni 1988 markierte ein weiteres Highlight in der Geschichte des Männerchores Lommiswil. An diesem Tag richtete der Chor den Sängertag des Verbandes Solothurn-Lebern aus, an dem 15 Chöre teilnahmen, einschliesslich der Singknaben von St. Ursen. Insgesamt versammelten sich 411 Sängerinnen und Sänger, um ihre Leidenschaft für den Gesang zu teilen und die musikalische Vielfalt der Region zu zelebrieren.

Quelle: Jubiläumsschrift „100 Jahre Männerchor Lommiswil“
1994: Vereinsreise nach Saas Allmagell

Quelle: Jubiläumsschrift „100 Jahre Männerchor Lommiswil“
1996: Der Männerchor Solothurn tritt der Chorgemeinschaft bei
Bei der Vereinsversammlung am 2. Juli 1996 gab es einen Grund zum Feiern: Der Männerchor Solothurn entschied sich, der Chorgemeinschaft beizutreten, was ein neues Kapitel in der Geschichte beider Chöre aufschlug. Ihr erster gemeinsamer Konzertauftritt fand während des stimmungsvollen Adventskonzerts statt.
Die wöchentlichen Proben fanden nun abwechselnd an drei Orten statt – im idyllischen Lommiswil, im geschichtsträchtigen Hermesbühl-Schulhaus in Solothurn und sogar im Stadiongebäude des FC Solothurn. Diese Abwechslung bot nicht nur eine frische Brise für die Sänger, sondern auch eine einzigartige Akustik und Atmosphäre an jedem Ort.
Das Dirigentenduo Alfons Schaller und Pius Hug brachten zusätzliche Dynamik in die Proben. Mit ihrem abwechselnden Einsatz sorgen sie für frische Impulse und eine Vielfalt in der musikalischen Leitung, die sowohl die Sänger als auch das Repertoire bereicherte.
Das Kantonalgesangsfest 1999 in Breitenbach blieb allen als unvergessliches Erlebnis in Erinnerung. Unvergessen bleibt besonders die Anekdote unseres Fähnrichs, Hermann Allemann, der während des offiziellen Empfangs der Vereinsfahnen eine heldenhafte Figur im Regen machte, während seine Sängerkollegen das Apéro im Trockenen genossen.
Seit einigen Jahren hat sich die Tradition etabliert, dass der Männerchor Lommiswil im Frühling den Bewohnern der Alters- und Pflegeheime „Lebern“ und „Thüringerhaus“ in Solothurn mit einem Ständchen eine Freude macht. Die aus Lommiswil stammenden Heimbewohner freuen sich besonders über diese musikalischen Besuche.
Das Adventskonzert 1998 wurde zu einem besonderen Ereignis, als es gemeinsam von den Solothurner Sängerkameraden und der Musikgesellschaft Lommiswil in der Franziskaner-Kirche in Solothurn aufgeführt wurde.
Am 30. Juni 2000 spielte der Chor eine zentrale Rolle bei der Einweihung der lang erwarteten Mehrzweckhalle in Lommiswil. Diese ermöglicht es nun, die jährlichen Abendunterhaltungen in eigener Regie und einer gemütlicheren Atmosphäre zu organisieren. Auch der Bezirkssängertag im Jahr 2002 profitierte von dieser neuen Lokalität, mit einer Teilnahme von sieben Vereinen und zwei Gastchören, insgesamt 228 Sängerinnen und Sängern.
Im März 2003 wurde Thomas Zuber zum neuen Präsidenten gewählt, während Dirigent Pius Hug für seine 30-jährige Tätigkeit geehrt wurde.
Besondere Anlässe bereichern das Vereinsleben, wie zum Beispiel die Fahrt mit dem Tunnelkino-Zug nach Gänsbrunnen im Sommer, bei der die Sänger Einblicke in die Wasservorkommen im Jura erhielten.
Im Dezember 2003 löste sich der Männerchor Solothurn aufgrund von Schwierigkeiten bei der Vorstandsbesetzung auf. Die aktiven Sänger schlossen sich dem Männerchor Lommiswil an, ebenso wie die Gesangssektion des FC Solothurn. Fortan tritt der Chor wieder als Männerchor Lommiswil auf, gestärkt durch die freundschaftlichen Bande, die auf der Vereinsreise ins Appenzell weiter vertieft wurden – nicht zuletzt dank des exquisiten „Mondscheinbiers“ aus der Brauerei Locher.
Beim Neujahrs-Auftritt 2005 präsentierte sich der Männerchor Lommiswil in neuem Outfit: weisse Hemden mit roter Krawatte, verziert mit dem von Edi Schneeberger gestalteten Logo. Musikalisch wagte der Chor Neues und profitierte dabei enorm von der Zusammenarbeit mit der talentierten Pianistin Maki Wiederkehr.
Dem ältesten Sängerkameraden, Karl Steidle, konnte der Chor kurz vor seinem 99. Geburtstag noch ein Ständchen darbringen. Er verstarb kurz vor seinem 100. Geburtstag, hinterliess aber bleibende Erinnerungen im Herzen des Chores.

2008: Hundert Jahre Männerchor
Am 31. Mai 2008 beging der Männerchor Lommiswil sein 100-jähriges Jubiläum, welches mit dem Sängertreff des Bezirks Solothurn-Lebern zusammenfiel. Die Festansprache hielt Regierungsrat Klaus Fischer.












Fotogallerie Jubiläumskonzert, 31.5.2000
Quellenverzeichnis
Text
Inhalte und Text basieren auf der Jubiläumsschrift „100 Jahre Männerchor Lommiswil“ vom 31. Mai 2008. Quelle: Pius Hug.
Fotos
Die hier verwendeten Medien wurden von den unten aufgeführten Quellen zur Veröffentlichung auf dieser Webseite genehmigt.
- Hauptbild Männerchor Lommiswil 1908 – 1916: Jubiläumsschrift „100 Jahre Männerchor Lommiswil“, 31. Mai 2008. Quelle: Pius Hug
- Foto Gründungsprotokoll: Jubiläumsschrift „100 Jahre Männerchor Lommiswil“, 31. Mai 2008. Quelle: Pius Hug
- Foto Kantonales Gesangsfest Olten, 12./13. Juli 1952: Christian Flury
- Bild vom Penalty-Schiessen: Jubiläumsschrift „100 Jahre Männerchor Lommiswil“, 31. Mai 2008. Quelle: Pius Hug
- Bild 75 Jahre Männerchor: Jubiläumsschrift „100 Jahre Männerchor Lommiswil“, 31. Mai 2008. Quelle: Pius Hug
- Video Auftritt in SRF Live-Sendung „Diräkt us…“ vom 10.8.1987: «Schweizer Radio und Fernsehen SRF», SRF Play, https://www.playsuisse.ch/de (2024). Bewilligung für Verwendung auf Webseite erteilt von M. Oberarzbacher, SRF, 5.2.2024.
- Screenshot Auftritt in SRF-Live-Sendung „Diräkt us“ vom 10.8.1987, «Schweizer Radio und Fernsehen SRF». Bewilligung für Verwendung auf Webseite erteilt von M. Oberarzbacher, SRF, 5.2.2024.
- Foto von Chilbi 1991: Jubiläumsschrift „100 Jahre Männerchor Lommiswil“, 31. Mai 2008. Quelle: Pius Hug
- Foto von Vereinsreise 1994: Jubiläumsschrift „100 Jahre Männerchor Lommiswil“, 31. Mai 2008. Quelle: Pius Hug
- Foto von Abendunterhaltung 1. Januar 2006. Quelle: Jubiläumsschrift „100 Jahre Männerchor Lommiswil“
- Bilder „100 Jahre Männerchor“ Konzert, 31.5.2000: Fotobücher von Pius Hug





















