Ortsgschichte Lommiswil

Friedhof Lommiswil

Inhaltsverzeichnis

  1. Ein lang gehegter Wunsch der Bevölkerung
  2. Wiederaufnahme der Initiative in den 1970er-Jahren
  3. Gemeindeversammlung sagt Ja
  4. Gestaltung
  5. St. Germans-Kapelle mit neuer Bestimmung und Eröffnung des Friedhofs
  6. Quellenverzeichnis

Ein lang gehegter Wunsch der Bevölkerung

Dass Lommiswil einst einen eigenen Friedhof hatte, davon zeugen die vielen Skelettfunde, die bei Umgebungsarbeiten rund um die St. Germans-Kapelle zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckt wurden.

Später mussten die Verstorbenen aus Lommiswil jedoch auf dem Friedhof der Nachbargemeinde Oberdorf beerdigt werden. Schon in den 1960er-Jahren regte sich in der Bevölkerung der Wunsch nach einem eigenen Friedhof im Dorf. Private Kreise unternahmen damals erste Schritte in diese Richtung.

Eine wichtige Rolle spielte dabei die Stiftung St. German, die bereits Jahre zuvor ein Grundstück neben der Kirche erworben hatte mit dem Gedanken, dort dereinst einen Friedhof anzulegen.

Oberdörfer Friedhof 1970
Wikimedia Commons, Ernst Köti

Wiederaufnahme der Initiative in den 1970er-Jahren

Im Jahr 1976 wurde das Anliegen wieder aktuell: Mehrere alteingesessene Einwohnerinnen und Einwohner reichten einen Antrag an die Behörden ein, um den Wunsch nach einem Lommiswiler Friedhof erneut aufzugreifen. Daraufhin setzte der Gemeinderat eine Kommission ein, die sich mit den notwendigen Abklärungen befasste.

Bereits im Juni 1977 gelangte das Projekt an die Gemeindeversammlung. Diese stimmte dem Vorhaben grundsätzlich zu und beauftragte den Gartenbauarchitekten Egger mit der Ausarbeitung des Vorprojekts.

Plan des Vorprojekts für den Friedhof Lommiswil
Quelle: Solothurner Zeitung Nr. 110 vom 12.5.1979

Gemeindeversammlung sagt Ja

An der Gemeindeversammlung Mitte Dezember 1978 wurde das konkrete Friedhofsprojekt mit grossem Mehr angenommen. Gleichzeitig bewilligte die Versammlung einen Kredit von 142 000 Franken für die Realisierung der Anlage.

Als Standort wurde das Landstück der Stiftung St. German bestimmt, das direkt an die Kirche und die Kapelle grenzt. Die Stiftung stellte das Areal im Baurecht zur Verfügung.

Einige Stimmen hätten den Friedhof lieber am Dorfrand gesehen, doch die Mehrheit befand, dass sich der Standort bei der Kirche hervorragend eigne.

Gelände des zukünftigen Friedhofs Lommiswil ums Jahr 1979
Quelle: Solothurner Zeitung Nr. 110 vom 12.5.1979

Gestaltung

Die Planung sah eine landschaftlich gut eingebettete Anlage mit verschiedenen Grabtypen vor. Nur geringe Erschliessungsarbeiten waren nötig. Die Umgebung sollte mit Bäumen, Sträuchern und Pflanzen gestaltet werden, damit sich der neue Friedhof harmonisch in das Dorfbild einfügt.

St. Germans-Kapelle mit neuer Bestimmung und Eröffnung des Friedhofs

Parallel zur Friedhofsplanung wurde auch über die Zukunft der St. Germans-Kapelle beraten. Eine paritätische Kommission unter der Leitung vom damaligen Gemeinderat Josef Zürcher prüfte Möglichkeiten, die Kapelle zu renovieren und künftig als Abdankungsraum zu nutzen.

Mit dem Abschluss der Arbeiten Ende 1979 erhielt Lommiswil endlich eine eigene, würdige Begräbnisstätte.

Friedhof Lommiswil und neu renovierte Kapelle St. German, ca. 1983
Quelle: Amt für Denkmalschutz des Kantons Solothurn
Friedhof Lommiswil im Jahr 1984
Farbrestauration mit „MyHeritage“ Tool. Quelle: Franz Flury
Grabschmuck für Eduard Infanger beim Gemeinschaftsgrab, 2024, Friedhof Lommiswil.
Foto: Simone Lewis

Quellenverzeichnis

  • Johann Mösch, Die Kirche des hl, German, 1921
  • Archäologie des Kantons Solothurn, 1981, Jahrbuch für Solothurnische Geschichte
  • Foto Oberdörfer Friedhof 1970, Wikimedia Commons, Ernst Köti, Link: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Zentralbibliothek_Solothurn_Ernst_Kl%C3%B6ti_2755_Friedhof_Oberdorf.jpg
  • Plan des Vorprojekts für den Friedhof Lommiswil: Solothurner Zeitung Nr. 110 vom 12. Mai 2025.
  • Foto Gelände des zukünftigen Friedhofs Lommiswil: Solothurner Zeitung Nr. 110 vom 12. Mai 2025.
  • Foto des neu erstellten Friedhofs und der neu renovierten St. Germans-Kapelle, ca. 1983: Amt für Denkmalpflege und Archäologie, Kanton Solothurn.
  • Foto des Friedhofs 1984: Franz Flury
  • Foto Grabschmuck und Gemeinschaftsgrab im Jahr 2024: Simone Lewis