Ortsgschichte Lommiswil

Feuersbrünste in Lommiswil 1553 – 2022

Inhaltsverzeichnis

  1. 1553 – Brandkatastrophe und der erste Dorfbrunnen
  2. 1622 – Fast ganz Lommiswil in Schutt und Asche
    1. Hilfe durch die Gnädigen Herren in Solothurn
    2. Wer trug die Schuld?
    3. Die St. Germanskapelle als Notunterkunft
  3. 1645 – Drei Gebäude durch Blitz zerstört
  4. 1654 – Rafenholz zur Hilfeleistung
  5. 1670 – Korn und Roggen für Wolfgang Steinmetz
  6. 1681 – Waldbrand oberhalb des Dorfs
  7. 1731 – Branduntersuchung und Platztausch
  8. 1733 – Holzdörr verursacht Feuer
  9. 1776 – Feuern im Wald verboten
  10. 1780 – Der falsche Glockenschlag
  11. 1780 – Entschädigung und Bauholz
  12. 1810 – Küchenuhr als Brandrisiko
  13. 1812 – Hilfe für eine verwitwete Brandgeschädigte
  14. 1816 – Haus Kofmehl niedergebrannt, Verdacht auf Brandstiftung
  15. 1817 – Brand im Haus der Brüder Moll, umfangreiche Untersuchung
  16. 1856 – Althüsli geht in Flammen auf
  17. 1863 – Grossbrand erschüttert das Dorfzentrum
    1. → Ausführlicher Artikel zum Grossbrand von 1863
  18. 1867–1869 – Brandhilfen & Holzzuweisungen
  19. 1880 – Entschädigung unter Auflagen
  20. 1881 – Hilfe für Johann von Burg
  21. 1898 – Unterstützung für die Hebamme
  22. 1903 – Gratisbauholz für Johann Flury
  23. 1908 – Hängelampe verursacht Brandschaden
  24. 1912 – Abfuhr des Brandschutts
  25. 1910 – Brand des Thürliberg-Hofs
  26. 1920 – Funkenwurf aus dem Zug löst Brand aus
  27. 16. Juni 1925: Brand des Bauernhauses von König von Burg
  28. 7. August 1965: Der Bauernhof der Familie Zuber brennt ab
    1. Anita Finger erzählt
    2. Die „Berner Tagwacht“ berichtet
  29. 14. Oktober 1978: Brand Pestalozzistube
  30. 8. Mai 1993: Blitzeinschlag in St. Germanskapelle
  31. 18. August 2022: Brand des Bitzi Hauses
  32. Quellenverzeichnis
    1. Verwendete Quellenkürzel

1553 – Brandkatastrophe und der erste Dorfbrunnen

Hans Jakob Leu schreibt in seinem 1757 erschienenen Lexicon unter dem Stichwort „Lommisweil“: „1553 hat dieses Dorf eine grosse Feuersbrunst erlitten“ (Leu 1757, zitiert nach Flury 1992, S. 59). Vermutlich war dies der Grund, weshalb im selben Jahr der erste Brunnen im Dorf errichtet wurde.

In den Ratsmanualen des Jahres 1553 ist auf Seite 177 vermerkt, dass die Obrigkeit sechs Kronen zum Brunnen beigetragen hatte (Quelle: RM 1553, 177, zitiert nach Flury 1992, S. 59).


1622 – Fast ganz Lommiswil in Schutt und Asche

Am 14. Juni 1622 brach nachts zwischen 23:00 Uhr und Mitternacht ein katastrophaler Brand in Lommiswil aus, bei dem zwanzig Personen und fast alle Haustiere ums Leben kamen.

Ein Zeitgenosse und späterer Solothurner Schultheiss, Hans Jakob von Staal, schrieb in seinen Tagebuchnotizen: „Brunst zuo Lomiswyl. Aº 1622. des 14 Juny. Verschinner nacht sind zu Lomysweil durch V(er)wahrlosung einer wösch 29 fürsten angegangen und alss dz gantze Dorf biss ab 2 Häuser abbrunnen“ (zitiert nach Flury 1992, S. 60).

Hilfe durch die Gnädigen Herren in Solothurn

Zwei Tage später erschienen Lommiswiler vor den Gnädigen Herren in Solothurn und baten um Hilfe, wie in den Ratsmanualen unter dem 16. Juni zu lesen ist. Diese zeigten grosses Interesse daran, den „verbrunnenen Lüthen“ bald wieder zu einem Dach über dem Kopf zu verhelfen. Am 16. Juni 1622 sprachen sie den Lommiswilern „60 Müt1 Korn“ zu. Ein Müt Korn reichte nach Abzug des Müllerlohns für einen Zentner Brot. Ausserdem durften die Brandgeschädigten Bauholz zwischen Selzach und Bettlach schlagen.

Am 18. Juni 1622 erhielt der Vogt zu Flumenthal von den Gnädigen Herren den Auftrag, die Arbeiter am Wiederaufbau von Lommiswil zu mahnen, „dass sÿ an der Arbeit den gantzen tag fleissig seÿent, undt nit zur Mittag fürabent machent“.

Am 22. Juni 1622 erhielt der Vogt am Lebern den Auftrag, darauf zu achten, „damit die Hüser zu Lomiswil nit wie hirvor zu noch gesetzt werden“. Ebenso sollten die neuen Gebäude nicht zu gross gebaut werden, „wyl etliche hirvor grosse hüser und Schüren gehabt und aber wenig darin zethun haben“. Ausserdem wurde verlangt, dass die Bauten in „…glicher gestalt“ errichtet werden, „… damit die Stüren khönnen glichlich vertheilt und inzogen werden“. Am 6. Juli 1622 wurden die Lommiswiler beauftragt, die Brandsteuer zu verteilen, und am 11. Juli 1622 erhielt die Bevölkerung erneut Bauholz.

An Hausrat mangelte es offenbar noch sehr, denn am 27. Juli 1622 wurde eine Bewilligung für eine Sammelaktion erteilt.

Wer trug die Schuld?

Am 27. März 1623 wurde Urs Gratzi und die Gemeinde Lommiswil vor den Rat zitiert. Beim Wäsche waschen habe seine Frau das Feuer fahrlässig verursacht. Obschon diese ihre Unschuld beteuerte, wurde ihr Mann – verantwortlich für seine Frau – verfolgt und 1624 des Dorfes verwiesen.

Am 12. März 1624 wurde sein Antrag, wieder in Lommiswil wohnen zu dürfen, abgelehnt. Am 9. September 1624 bat er den Rat vergeblich um Speise: „Urs Gratzi zuo Lomisswyl pittet min gl. H. wollend jm ein Spies geben, weil er kheines anders v(er)mögens. Ist abgewÿsen.“

Drei Jahre später bekannte sich ein Verbrecher in Basel kurz vor der Hinrichtung dazu, das Feuer in Lommiswil gelegt zu haben. Kratzi wurde wieder in seine Ehren eingesetzt und für seine Unbill entschädigt.

Die St. Germanskapelle als Notunterkunft

Wie Erhard Flury in seinem Buch vermutet, diente die St. Germanskapelle der Lommiswiler Bevölkerung in den Jahren nach dem Brand als Notunterkunft. Daraus mag sich der schlechte Zustand erklären, in dem sich das Gotteshaus in den Folgejahren befand (Flury 1992).


1645 – Drei Gebäude durch Blitz zerstört

Am Abend des 28. August 1645 setzte ein Blitzschlag in Lommiswil ein Wohnhaus in Brand. Das Feuer griff rasch um sich und zerstörte neben dem betroffenen Haus auch ein weiteres Wohnhaus sowie einen Speicher. Das Ratsmanual vom 2. September 1645 berichtet:

„An Vogt am Lebern, Sintemalen am letzten verschinnen Donstag gegen abent, das Wetter durch einen feurigen Straal Ein Hauss zu Lomissweil angezündet, davor dasselbe samd noch einem andern Hauss und Speicher in die äschen gelegt worden; alss sollen Jhr den brunstgeschädigten nothwendiges Bauholz oben im Berg durch den Holzweibel zeigen lassen.“

Neben dem Bauholz, das durch den Holzweibel im Berg zugewiesen werden sollte, sprach der Rat den beiden Geschädigten je zwölf Mütt Korn und zwei Mütt Roggen als Unterstützung zu (Flury, 1992, S. 62).


1654 – Rafenholz zur Hilfeleistung

Nach einem Brand erhielten betroffene Lommiswiler am 15. Mai 1654 sechs Fuder Rafenholz aus dem Berg zur Unterstützung beim Wiederaufbau (Flury, 1992, S. 108).


1670 – Korn und Roggen für Wolfgang Steinmetz

Am 9. Juli 1670 wurde dem Brandgeschädigten Wolfgang Steinmetz eine Entschädigung in Form von 25 Pfund, einem Mütt Korn und ¼ Mütt Roggen zugesprochen (Flury, 1992, S. 108).


1681 – Waldbrand oberhalb des Dorfs

Laut Vogtchronik wurde 1681 bei einem Waldbrand oberhalb von Lommiswil in Selzach vier Pfund für die Verpflegung der Betroffenen ausgegeben (Flury, 1992, S. 108).


1731 – Branduntersuchung und Platztausch

Nach einem grösseren Brand beauftragte der Rat am 28. März 1731 den Lebernvogt, die Ursache zu ermitteln. Am 17. April erhielten die Geschädigten Brandsteuer und Brandschein zur Sammlung von Spenden in Solothurn.

Am 4. Mai wurde Urs Schaade bewilligt, ein neues Haus auf dem durch Platztausch mit Hans Fluri erhaltenen Grundstück zu bauen. Am 15. Juni durfte Konrad Flury ein Teilstück des Grundstücks für ein Waschhaus nutzen (Flury, 1992, S. 108).


1733 – Holzdörr verursacht Feuer

Am 14. und 24. April 1733 wurde ein Feuer im Haus des Adam Koffmehl durch eine «Holzdörr» ausgelöst. Nur dank raschem Eingreifen der Nachbarn konnte das Feuer gelöscht werden. Koffmehl wurde mit 20 Pfund gebüsst; zehn Pfund davon gingen an die Helfer. Ihm wurde ein Landesverweis bei erneutem Vorfall angedroht (Flury, 1992, S. 108).


1776 – Feuern im Wald verboten

Am 11. November 1776 ersuchte der Rat den Obervogt Byss, wegen «üblen Umständen» das Feuern im Wald von Lommiswil generell zu verbieten (Flury, 1992, S. 108).


1780 – Der falsche Glockenschlag

Am Abend des 30. November 1780 geschah in Lommiswil ein verhängnisvoller Fehler: Ein Wohnhaus geriet in Brand und brannte mitsamt aller Fahrnis bis auf die Grundmauern nieder. Tragischerweise kam auch ein Stück Vieh ums Leben.

Doch das eigentliche Drama spielte sich nicht nur in Flammen, sondern auch im Kirchturm ab: Der Hochwächter Ludwig Keyser sollte per Glocke Alarm schlagen – doch in der Hektik des Moments läutete er die falsche Glocke. Statt der Sturmglocke erklang die Stundenglocke. Die Bevölkerung wurde zu spät gewarnt.

Am nächsten Tag, dem 1. Dezember 1780, zog der Rat Konsequenzen: Keyser wurde seines Amtes sofort enthoben (Flury, 1992, S. 109).

Church bell ringer von Voutilainen, Erkki – Finnish Heritage Agency, Finland – CC BY. Link: https://www.europeana.eu/de/item/2021009/_15A76D0A96D267229FB707792B669109

1780 – Entschädigung und Bauholz

Am 11. Dezember 1780 erhielten Friedrich Räz (Bauer) und Hans Georg Flury (Tauner) die übliche Brandsteuer. Zudem wurde die Holzkammer beauftragt, dem Friedrich Räz Bauholz ohne Stocklosung zur Verfügung zu stellen. Neu war die Verpflichtung, die Schwellen mit Mauern sowie die Wände mit Etter und Latten zu errichten – gemäss neuer Satzung (Flury, 1992, S. 109).


1810 – Küchenuhr als Brandrisiko

Wegen akuter Feuergefahr wurde Urs Josef Meyer angewiesen, seine Küchenuhr zu entfernen. Uhren mit offener Flamme oder Funkenflug waren damals eine unterschätzte Gefahrenquelle (Quelle: RM 1810, 1059, zitiert nach Flury 1992, S. 187).


1812 – Hilfe für eine verwitwete Brandgeschädigte

Die Witwe Meyer, Ehefrau des verstorbenen Kaspar Meyer, erlitt einen Brandschaden. Ihr wurde Bauholz für den Wiederaufbau gewährt sowie eine Entschädigung in Höhe von 1300 Pfund zugesprochen – eine erhebliche Summe für die damalige Zeit (Quelle: RM 1812, 142.151.213, zitiert nach Flury 1992, S. 187).


1816 – Haus Kofmehl niedergebrannt, Verdacht auf Brandstiftung

Am 26. Februar 1816 fiel das Haus Nr. 16 von Jakob Kofmehl einem Feuer zum Opfer. Da ein Verdacht auf Brandstiftung bestand, wurden zunächst Ermittlungen durchgeführt. Kofmehl stellte daraufhin den Antrag, das bereits abgebrannte Haus nachträglich in die Brandversicherung aufzunehmen.

Am 14. März wurde dem Gesuch stattgegeben und zusätzlich das notwendige Bauholz bewilligt. Die Entschädigung belief sich auf 1400 Pfund (Quelle: RM 1816, 92.103.250, zitiert nach Flury 1992, S.187).


1817 – Brand im Haus der Brüder Moll, umfangreiche Untersuchung

Am 8. September 1817 brannte das Haus Nr. 11 der Brüder Urs und Urs Josef Moll vollständig ab. Die Gemeinde führte eine umfangreiche Untersuchung durch. Es wurden Berichte von Amtsstatthalter F. Tugginer, dem Finanzrat, Feuerschauern, Friedensrichter Joseph von Burg und Joseph Flury eingeholt.

Da den Bewohnern keine Vernachlässigung nachgewiesen werden konnte, genehmigte der Gemeinderat am 3. Oktober eine Entschädigung von 850 Pfund durch die Brandassekuranz. Später wurde Johann Moll und seiner Mutter auch Bauholz für einen Neubau bewilligt (Quelle: RM 1817, 1201.1260.1341 / LS 1817, 1185–1196, zitiert nach Flury 1992, S. 187).


1856 – Althüsli geht in Flammen auf

Wie aus dem Kirchenregister hervorgeht (KS 162, zitiert nach Flury 1992, S. 187) brannte 1856 das sogenannte „Althüsli“, ein Berghof der Althüslikorporation, vollständig ab. Zu diesem Zeitpunkt wohnten darin:

  • der Hirte Josef Moll mit seinen Kindern Urs und Anna Maria,
  • Johann Flury,
  • der Zimmermann Josef Walker,
  • sowie Josef Übelhard aus Welschenrohr.

1863 – Grossbrand erschüttert das Dorfzentrum

Am 8. August 1863 ereignete sich einer der wohl schwerwiegendste Brände in der Geschichte Lommiswils: Fünf Wohnhäuser und zwei Speicher wurden komplett zerstört – und das in direkter Nähe zu Schulhaus und Kirche. Das Ereignis erschütterte die Gemeinde tief und führte zu intensiven Diskussionen über den Aufbau einer effektiveren Feuerwehrstruktur.

→ Ausführlicher Artikel zum Grossbrand von 1863


1867–1869 – Brandhilfen & Holzzuweisungen

  • 23. März 1867: Franz Josef Kofmehl wurde nach einem Brandschaden Bauholz für einen Neubau gewährt. (Quelle: PFK, zitiert nach Flury 1992, S. 188)
  • 8. September 1868: Mathias Schaad erhielt gemäss Reglement:
    • 15 Riegel und 15 Rafen,
    • als zusätzliche Beisteuer: 13 Riegel, 12 Rafen, 5 Saghölzer.
      Der Neubau musste in Lommiswil erfolgen, sonst hätte das Holz zurückgegeben werden müssen (Quelle: PFK, zitiert nach Flury 1992, S. 188).
  • 8. Januar 1869: Viktor und Mathias Kofmehl erhielten von der Forstkommission 30 Stöcke Bauholz (Quelle: PFK, zitiert nach Flury 1992, S. 188).

1880 – Entschädigung unter Auflagen

Wie aus den Gemeindeversammlungsprotokollen hervorgeht (PGV, zitiert nach Flury 1992, S. 188) wurde dem brandgeschädigten Josef Schaad (ehemaliger Wirt) am 11. Juli 1880 Bauholz gewährt. Allerdings musste er die Arbeitslöhne der Holzfäller (Hauerlöhne) selbst zahlen und erhielt für die folgenden fünf Jahre kein weiteres Gabenholz.


1881 – Hilfe für Johann von Burg

Am 27. März 1881 erhielt Johann von Burg im Höfli 250 Kubikfuß Langholz kostenlos. Zudem wurde ihm Bauholz gewährt anstelle der üblichen Gabenholz-Zuteilung über fünf Jahre (Quelle: PGV, zitiert nach Flury 1992, S. 189).


1898 – Unterstützung für die Hebamme

Die Hebamme Frau Meier wurde bei einem Brandschaden besonders berücksichtigt: Am 20. Februar 1898 erhielt sie 10 Festmeter Bauholz sowie das Gabenholz für fünf Jahre im Voraus (Quelle: PGV, zitiert nach Flury 1992, S. 189).


1903 – Gratisbauholz für Johann Flury

Die Gemeindeversammlung vom 1. Februar 1903 genehmigte Johann Flury (ehem. Wirt) 5 m³ Bauholz kostenlos aufgrund eines Brandschadens (Quelle: PGV, zitiert nach Flury 1992, S. 189).


1908 – Hängelampe verursacht Brandschaden

Am 14. Januar 1908 kam es im Haus Nr. 52 von Wirt Adolf Stuber zu einem Brand. Die Ursache war eine Hängelampe, die Feuer fing. Der entstandene Schaden betrug 101 Franken, welcher am 7. Februar von der Regierung zur Zahlung angewiesen wurde (Quelle: RM, zitiert nach Flury 1992, S. 189).


1912 – Abfuhr des Brandschutts

Am 10. Juli 1912 wurde im Protokoll der Gemeindeversammlung dfestgehalten (zitiert nach Flury 1992, S. 189), dass der Brandschutt vom Haus des Mathias Schaad „frontweise“ nach dem Ortsteil Emdet geführt werden.


1910 – Brand des Thürliberg-Hofs

Der Berner Volksfreund berichtet am 19. Oktober 1910 über einen Grossbrand in Lommiswil:

„Jn der Samstagsnacht wurde die hiesigen Bewohner durch Feuerlärm jäh aus dem Schlafe geweckt. Das dem Felix von Burg Stuber, Landwirt, alt-Ammann, gehörende, mächtige Bauernhaus ,,Im Holz“ stand in hellen Flammen und brannte trotz dem raschen Eingreifen der Feuerwehren fast gänzlich nieder. Das Mobiliar, sowie die Lebware konnte gerettet werden, dagegen blieben die großen Futtervorräte verloren. Die Brandursache ist noch nicht aufgeklärt; böswillige Brandstiftung ist aber laut ,,Soloth. Zig.“ wahrscheinlich.“

19.10.1910 Brand Thürliberg-Hof, Lommiswil., Berner Volksfreund (19. Oktober 1910), Online: http://www.e-newspaperarchives.ch/?a=d&d=BVO19101019-01.2.4.9.

1920 – Funkenwurf aus dem Zug löst Brand aus

Ein vorbeifahrender Zug der SMB verursachte einen Funkenwurf, der das Haus von Justin Weya in Brand setzte.

Am 7. Oktober 1920 sprach die Bürgergemeinde Weya 5 m³ Bau- und Saghholz zu. Die Hauerlöhne musste er allerdings selbst tragen (Quelle: Bürgergemeindeversammlung, zitiert nach Flury 1992, S. 189).


16. Juni 1925: Brand des Bauernhauses von König von Burg

Brand in Lommiswil, Neue Zürcher Nachrichten, Band 21, Nummer 164, 19. Juni 1925. Online: http://www.e-newspaperarchives.ch/?a=d&d=NZN19250619-01.2.16.3

7. August 1965: Der Bauernhof der Familie Zuber brennt ab

Anita Finger erzählt

In dieser Aufnahme aus dem Jahr 2024 erzählt Anita Finger, wie sie das Unglück damals erlebte und welche Auswirkungen das Ereignis auf sie und ihre Familie hatte.

Anita Finger erzählt über den Brand des Zuber-Bauernhofs am 7.8.1965. Aufnahme vom Juni 2024

Die „Berner Tagwacht“ berichtet

Grossbrand in Lommiswil, e-newspaper-archives.com, 9. August 1965, Berner Tagwacht, Band 37, Nr. 183, 9. Aug 1965. Link: http://www.e-newspaperarchives.ch/?a=d&d=TGW19650809-01.2.21

14. Oktober 1978: Brand Pestalozzistube

Am Samstag, dem 14. Oktober 1978 entdeckte Frau Spahni um 21.54 Uhr, dass das reformierte Kirchgemeindehaus, die «Pestalozzistube» – in Flammen stand. Bereits um 22.00 Uhr waren sechs Feuerwehrleute aus Recherswil sowie die Feuerwehr Lommiswil vor Ort, doch das Haus stand bereits in Vollbrand.

Die Brandermittlung begann bereits während der Nacht mit den ersten Einvernehmen und führte diese am Sonntag weiter. Obwohl die genaue Brandursache bis zum heutigen Tag nicht feststeht, wird vermutet, dass das Feuer von einem Herd im Keller im Jugendraum startete.  

Alles fiel den Flammen zum Opfer. Darunter die schöne, alte Orgel, welche aus dem Besitz der Familie Quinche (Freiburg) stammte und auf die die Lommiswiler sehr stolz waren.

Die Lommiswiler waren durch das Ereignis zutiefst erschüttert, denn die «Pestalozzistube» war nur ein Kirchgemeindehaus, sondern für alle auch ein kleines «Kulturzentrum».

Die Protestanten erfuhren viel Hilfsbereitschaft. Pfarrer Curt Borrer und der katholische Pfarreirat boten die Heiliggeist-Kirche für die Abhaltung der sonntäglichen Gottesdienste an, was die Reformierten sehr zu schätzen wussten.

Mehr zur Pestalozzistube finden Sie unter folgendem Link: Pestalozzistube & Kirchgemeinde-haus


8. Mai 1993: Blitzeinschlag in St. Germanskapelle

Am Samstag, dem 8. Mai 1993 schlug der Blitz in den Turm der St. Germanskapelle ein.

Margrit Kummer, die im äussersten Haus der Überbauung Im Dorf wohnte, erinnert sich noch im Jahr 2025 lebhaft: „Es hat gewaltig gekracht! Ich war gerade im Badezimmer, das direkt gegenüber liegt. Herr Pfarrer Borer, der damalige Pfarrer – Gott hab ihn selig –, konnte nicht mehr telefonieren. Er wusste nicht einmal genau, was passiert war, da der Einschlag direkt gegenüber erfolgte und er von dort aus keinen Sichtkontakt hatte. Auch bei uns funktionierte nichts mehr: Der Fernseher war komplett kaputt – die Versicherung hat uns später einen neuen ersetzt. Unser Telefon war ebenfalls eine Zeitlang ausser Betrieb. Nichts ging mehr, weder bei ihm noch bei uns!“

„Unter dem Dach begann es zu schwelen – dabei war die Kapelle gerade erst renoviert worden! Pfarrer Borer eilte in die Sakristei, doch auch dort war das Telefonnetz unterbrochen. Also läutete er kurzerhand Sturm mit den Kirchenglocken, um auf sich aufmerksam zu machen. Die Feuerwehr war glücklicherweise schnell zur Stelle und konnte Schlimmeres gerade noch rechtzeitig verhindern. Es war zudem ein Samstagmorgen, sodass die meisten Feuerwehrleute zu Hause waren – auch das ein glücklicher Zufall. So ist am Ende alles noch einmal gut ausgegangen. Wäre schade gewesen, denn die Kapelle war erst kurz zuvor für über 200’000 Franken komplett saniert worden.“


18. August 2022: Brand des Bitzi Hauses

Am Donnerstag, dem 18. August 2022, ging kurz vor 8:30 Uhr bei der Kantonspolizei Solothurn die Meldung ein, dass die Liegenschaft an der Oberdorfstrasse 4 in Flammen stehe. Sofort rückten die Feuerwehren Lommiswil und Solothurn zum Brandort aus. Auch mehrere Polizeipatrouillen der Kantonspolizei Solothurn, Angehörige der Stadtpolizei Solothurn, der Rettungsdienst und die Staatsanwaltschaft waren schnell vor Ort.

Trotz des schnellen Eingreifens wurde das Haus vollständig zerstört.


Quellenverzeichnis

  1. Ein „Müt Korn“ war eine historische Masseinheit für Getreide, die in der Schweiz verwendet wurde. Diese Einheit war keine feste Größe und variierte je nach Region und Art des Getreides erheblich. In Zürich entsprach ein Müt Korn etwa 72 bis 75 Kilogramm, während es in anderen Regionen leicht unterschiedliche Werte haben konnte.
    Die Verwendung solcher Masseinheiten war in der Schweiz vor der Einführung des metrischen Systems weit verbreitet. Bis zur Standardisierung im 19. Jahrhundert gab es in jedem Kanton eigene Masseinheiten für Länge, Masse und Volumen, was den Handel und die Besteuerung oft kompliziert machte​ (Wikipedia)​​ (Swiss History Blog)​​ (DBpedia Association)​.

    ↩︎
  • Brände in Lommiswil zwischen 1500 – 1920: Basierend auf den Quellen aus Erhard Flury, „Lommiswil – Die Geschichte deines Dorfes am Fusse der Hasenmatt“, 1992. Herausgeber: Bürgergemeinde Lommiswil und den angegebenen Ratsprotokollen (RM), Protokollen der Gemeindeversammlung (PGV) und Forstkommissionsprotokollen (PFK).

Verwendete Quellenkürzel

KürzelBedeutung
RMRatsmanuale (Protokolle des Gemeinderats)
PGVProtokolle der Gemeindeversammlungen
PFKProtokolle der Forstkommission
LSLokalstatuten oder spezielle Gemeindereglemente
KSKorporationsschrift (z. B. der Althüslikorporation)