- Zusammenschluss mit Oberdorf
- 1746: Gründung der ersten Schule
- Schul- und Sigristendienst in einem
- 15 Jahre im Dienst der Schule: Jakob Leu
- Wochenlohn eines Lehrers: 20 Batzen
- Schon 1786: Lehrerweiterbildungskurse
- Unterricht auch an Sonn- und Feiertagen
- 1814: Das erste Schulhaus
- Quellenverzeichnis
Zusammenschluss mit Oberdorf
Mitte des 17. Jahrhunderts wurde in Oberdorf in Verbindung mit der Pfarrkirche eine Schule gegründet. Die vier kleinen Gemeinden der Pfarrei – Oberdorf, Langendorf, Bellach und Lommiswil – konnten sich zwar keinen eigenen Lehrer leisten, jedoch gemeinsam in einem Zusammenschluss.
Die Kinder der vier Dörfer gingen also in Oberdorf zur Schule, dies aber auf freiwilliger Basis. Der Schulmeister von Oberdorf beklagte in einer Bittschrift an die „gnädigen Herren in Solothurn“ im Mai 1644, dass oft nur sehr wenige Kinder zum Unterricht erschienen, „eine guote zeit lang nit mehr als achte oder zechen, letstlichen auf das nit mehr als drey, vier oder 25 auf das höchste (…)“. (Seite 79, E. Flury, Lommiswil – Die Geschichte eines Dorfes am Fusse der Hasenmatt, 1992.)
1746: Gründung der ersten Schule
Stiftspropst Franz Georg Sury ermöglichte 1746 mit Stiftsmitteln die Gründung der Schule in Lommiswil.
Er stellte 1748 einen eigenen Sigristen für Lommiswil ein und liess ihm einen Jahrlohn von sechs Pfund auszahlen. Hatte dieser auch Unterricht zu geben, da die Schule in diesem Jahr eröffnet wurde? (SG 3, 255; Mösch, J. Sol. Volksschule 2, 106).
Schul- und Sigristendienst in einem
1753 wurde Jakob Weibel zum ersten Mal als Schulmeister erwähnt. Er erhielt jährlich aus dem Kapellenfonds einen Beitrag von etwas über drei Pfund. Die Kapellenfondsrechnung der Jahre 1755 bis 1771 belegt, dass Schul- und Sigristendienst miteinander verbunden waren (MG 18).
15 Jahre im Dienst der Schule: Jakob Leu
Von 1756 bis 1771 war Jakob Leu Sigrist und Schulmeister, soll aber laut einer handschriftlichen Notiz von J. Mösch auch Maurer gewesen sein. In den Ratsmanualen ist unter dem 2. Mai 1763 zu lesen: „Da die Gemeinde Lommiswil gewillt ist, Jakob Leu, zur Zeit Sigrist und Schulmeister, zu ihrem Gemeindegenossen aufzunehmen, wird er als Landbürger angenommen unter der Bedingung, dass er gemäss Dorfbrief sowohl die obrigkeitliche Gebühr als auch der Gemeinde das Einzugsgeld entrichte.“
In den gleichen Akten findet sich dann unter dem 11. November 1763 der Eintrag: „Wegen gutem und löblichen Betragen des Schulmeisters von Lommiswil, Jakob Leu, wird sein Einzugsgeld von den üblichen 50 Pfund auf 30 Pfund solothurnischer Währung reduziert.“ Jakob Leu starb 1798.
Wochenlohn eines Lehrers: 20 Batzen
1772 erhielt der Sigrist als Jahreslohn sechs Pfund und weil er anstelle des Schulmeisters an den Prozessionen mit den Knaben gegangen war, drei Pfund sechs Batzen und acht Kreuzer.
Ab 1773 war Johann Meyer Sigrist und Schulmeister in Lommiswil, offenbar bis 1783.
Ab 1784 bis 1788 wurden dem Schulmeister Josef Weibel aus dem Kapellenfonds ein jährlicher Beitrag von drei Pfund sechs Batzen und acht Kreuzer gezahlt. (Leider fehlen weitere Kapellenrechnungen bis 1798 – Schriften St. Ursenstift Nr. 194).
Um 1798 betrug der Wochenlohn des Lehrers in Lommiswil 20 Batzen (ML 85).
Schon 1786: Lehrerweiterbildungskurse
Im Jahr 1786 besuchte der Schulmeister Carl Weibel im Waisenhaus in Solothurn einen Lehrerbildungskurs. Die Auslagen für „die Kost während des ihm beigebrachten Normalunterrichts“ wurden ihm aus „Gutheit“ vom hochwürdigsten gnädigen Herrn Propst vergütet.
Ferner nahmen Anton Fluri 1789 und Urs Joseph Meyer, beide aus Lommiswil, am Lehrerbildungskurs im Waisenhaus teil.
Unterricht auch an Sonn- und Feiertagen
Laut Ratsbeschluss vom 8. April 1791 durften die Lommiswiler für den Schuldienst von der Allmend ein Stück Land aussteinen „so mittags an das dem Marx Schneüiter gehörige Kühemoos, und sonst allwegen an die Allmend stösst, 133 Schritt lang, gegen Oberluft 15 Schritt, gegen Bisen aber 20 Schritt breit.“ Dafür hatte der jeweilige Schulmeister jährlich acht Batzen zu bezahlen und sich zu verpflichten, auch im Sommer an Sonn- und Feiertagen Unterricht zu halten.
Der damalige Schulmeister musste einen „Deutsch“ errichten, denselben und das darauf wachsende „Schirmhägli“ erhalten, wogegen ihm jede Haushaltung für das erste Jahr zwei Batzen Zuglag geben sollte (Vgl. Meschede, J. Sol. Volksschule 4, 99).
Mit 32 Jahren wurde Kaspar Meyer 1792 von der Gemeinde Oberdorf zum Lehrer gewählt, nachdem er im Waisenhaus in Solothurn den Normallehrkurs besucht hatte. Vorher war er stets in Lommiswil gewesen.
1814: Das erste Schulhaus
Viele Jahre lang fand der Schulunterricht in einer sogenannten „Schulstube“ statt, bis im Jahr 1814 das erste speziell für den Unterricht errichtete Gebäude an der heutigen Hauptstrasse 15 bezogen wurde.


Quellenverzeichnis
Titelfoto:
Schulklasse Lommiswil Jg. 1893-1894-1895. Quelle: Rita Iseli-Burkhalter.
Abgebildete Personen: Ernst von Burg (1894), Eduard von Burg (1893), Hugo Schneitter (1894), Lina Adam (1895), Elise Portmann, Lina Portmann, Karl Adam, Walter Adam, Leo Blumier, Ernst Burkhalter. Quelle: Rita Iseli-BurkhalterQuelle: Vreni Salomon-Flury
Text:
Erhard Flury, „Lommiswil – Die Geschichte eines Dorfes am Fusse der Hasenmatt“, 1992. Herausgeber: Bürgergemeinde Lommiswil
Quellenabkürzungsverzeichnis
MG = Misch, Joh. Kirche des heiligen German in Lommiswil
ML = Mösch, Joh. Langendorf
SG = Sigrist, H. Solothurnische Geschichte
