Inhaltsverzeichnis
- Familie von Burg-Schluep
- Ernst „Haberläng“ von Burg (1893 – 1960)
- Wieso „Haberläng“?
- Wohnort
- Quellenverzeichnis
Familie von Burg-Schluep
Eduard von Burg (1848 – 1926) war zweimal verheiratet. Mit seiner ersten Ehefrau, Regina Walker, hatte er drei Söhne, die alle kurz nach der Geburt oder in jungen Kinderjahren verstarben. Ob die Mutter an den Folgen der Geburt verstarb, was bis Anfangs 20. Jahrhundert häufig vorkam, ist nicht bekannt.
Auf diesem Foto sehen wir Eduard von Burg (1848 – 1926) mit seiner zweiten Ehefrau Elisabeth Schluep sowie den gemeinsamen Kindern, Anna (verheiratete Augsburger, 1898 – 1978 oder 1983), Ernst (1893 – 1960) und Frida (1895 – ca. 1912).
Frida ertrank im Thunersee im Alter von 17 Jahren (3).

Ernst „Haberläng“ von Burg (1893 – 1960)
Ernst von Burg war ein angesehener Bürger von Lommiswil, der sein Leben sowohl seiner Familie als auch der Gemeinschaft widmete. Nach einer glücklichen Jugend fand er seine Berufung zunächst in der Landwirtschaft, bevor er ins Baugewerbe wechselte. Als ehemaliger Dragoner der Schwadron 14 erfüllte er seinen Wehrdienst mit Stolz und pflegte enge Kameradschaften.
Sein gesellschaftliches Engagement war bemerkenswert: Von 1921 bis 1929 diente er als Einwohnerammann von Lommiswil und setzte sich leidenschaftlich für das öffentliche Wohl und die freisinnige Politik ein. Trotz mehrerer Kandidaturen für den Kantonsrat blieb ihm das Wahlglück verwehrt, doch seine Überzeugungen und sein Einsatz für eine liberale Weltanschauung blieben unerschütterlich.
Ernst von Burg war nicht nur ein treuer Parteifreund, sondern auch ein hingebungsvoller Familienmensch. Seine Ehefrau, Rosalia Kaufmann, die ihm stets zur Seite stand und seine Familie waren ihm ein grosses Anliegen. Sein plötzlicher Tod im Alter von 67 Jahren im Jahr 1960 hinterliess eine tiefe Lücke in der Dorfgemeinschaft.
Tödlicher Sturz 1960
Verschiedene Zeitungen berichteten über den Unfalltod von Ernst von Burg; unter anderem auch „Le Nouvelliste“:

LOMMISWIL (Solothurn). – Während er damit beschäftigt war, eine Fassade in Lommiswil bei Solothurn zu renovieren, ist Herr Ernst von Burg, 67 Jahre alt, ehemaliger Landwirt, von einem Gerüst gestürzt. Dabei wurde er so schwer verletzt, dass er seinen Verletzungen erlag.
Wieso „Haberläng“?
Da die Geschlechter von Burg, Flury, Meyer/Meier und Schaad so zahlreich in Lommiswil vertreten waren, mussten zur näheren Bezeichnung oft volkstümliche Namen einspringen. ‚Haber‘ ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Hafer, das als Futter für die Arbeitspferde sehr begehrt war.
Genauso wie bereits seine Vorfahren und Mitglieder der erweiterten Familie handelte Ernst von Burg mit diesem Getreide, was ihm den Übernamen „Haberläng“ einbrachte.
Mit dem Zusatz „Haber“ gab es neben dem „Haberläng“ auch Haberdürr, Haberdurs, Haberhans, Habermathis und Haberpeter (1 + 2).
Wohnort
Die Familie „Haberläng“ wohnte an der Dorfstrasse 4, unterhalb des ehemaligen Restaurant Bären. Auf dem Foto unten sieht man die Liegenschaft im Hintergrund.

Quellenverzeichnis
- (1) Flury, Erhard; Lommiswil – Die Geschichte eines Dorfes am Fusse der Hasenmatt, Bürgergemeinde Lommiswil, 1992, Seite 312.
- (2) Stammbaum der Familie von Burg „Haber“, erstellt von Paul von Burg
- (3) Mündliche Überlieferung von Peter von Burg
- Nachruf Ernst von Burg, Solothurner Zeitung vom 13./14. August 1960, Nr. 187, Solothurner Staatsarchiv
- Foto Fastnachtsumzug 1976: Jürg Burkhalter
- Foto Familie von Burg-Schlup: Peter von Burg