Aus Elisabeth Pfluger: Solothurner Geschichten: Geschichtliche Sagen, Legenden, Dorfgeschichten.
Was e Gwaltherrschaft vo frönde Truppen im Land bedütet, hei eusi Soledurner ane 1798 erfahre. Doo heds gheissen ufs Muul hocke und si düüsse, wen me nit hed wöllen abgmurxt wärde wie nes Tier. Eim wehre? Gang mach e Fuust, wenn kei Heng hesch!
Der erst Befähl vo de Franzosen isch gsi: „Alli Waffe, Gwehr und Flinte, müese sofort is Züghuus uf Soledurn abglifered wärde. Wär no so öppis im Huus inne versteckt hed, wird uf der Stell erschosse!“ Das isch e böse Fritig gsi, dä 2. Merz 1798, und der Samstig und Sundig druuf nit besser!
Z Lommiswil isch der Chasper Meyer unger der Huustüren erschosse worde, will er d Plünderer nit hed wöllen yneloo. – Der Chöhler isch bim Abwehrkampf bi de Bällcher Weier verwundet worde. Kamerade hei ne hei uf Lommiswil broocht. Dört hei französischi Plünderer dä wehrlos Maa im Bett inn erstoche. – Glychlig hei sis em Josef Bürgi vom Fäldbrunne gmacht, wo au verletzt imene Huus z Lommiswil glägen isch.
Z Oberdorf isch e Chnächt vom Wäber Siber erschosse worde, will er no d Militärchleider agha hed, wo d Plünderer is Huus choo si. – Der Durs Probst hed mideme Ching ufem Arm wölle flie. Ufe Befähl: „Halt! Blybe stoo!“ isch er enewäg wytergsprunge. Do hed en e Franzos chaltblüetig abeklöpft. – Der Schnyder, Karli Walker, hed d Plünderer nit wöllen i sis Huus yne loo. Unger der Huustüre hei si ne mit Bajonetten erstoche. – Eme junge Meitschi vo Dubs hei si beed Züpfe mutz vom Chopf ewägg abghaue; us welem Grund, weiss hüt niemer me. Wäge däm umgwohnte Bubichopf hed men em druuf syner Läbtig „der Mutz“ gseit.
Z Längedorf hei d Franzose im Huus vom Jakob Walser d Späcksite usem Rauchchemi obenabe gufered. Der Pächter, Durs Senn, wones hed wölle wehre, isch abegstoche und im Chuchibode verschared worde. Am Sundig zobe, wo d Franzose gäge Bärn abkomandiert worde si, hed me ne gsuecht und gfunge. Do isch er am Meendig mit den angere Ermordete ufeem Chilchhof z Oberdorf beärdiged worde.
Hinger de Franzose noo si di „Schwarze“ agruckt, Hälfershälfer us de wälsche Bärge. Die si wo müglig no schlimmer gsi. Ungerem Bystang vo teilne Soldate hei si no einisch plündered. Chästen und Trög, Tisch und Stüel, Schiff und Gschirr, Chleider und Wösch hei si zu de Hüseren uus gschleipft, ufglade und si mit Ross und Wage dervoogfahre.
Hingäge hed me eusi Buure, wo Ross gha hei, zwunge, de Franzosen ihri Fourgon und Kanone im Gänsbrunne z reiche und übere Bärg uf Soledurn z schleipfe.
Am Sundig zobe hed alls ufgschnuufed und gmeint, es sig jetz s Marters ab. Aber scho am Meendig si früschi Truppen agruckt, dasmol Kanarievögel. Das si gäli Husare uf liechte Rössli gsi. Wider früschi hed me eim müese düüsse und hed d Fuust numen im Sack dörfe mache.
Quellenangabe
- Pfluger, Elisabeth. Solothurner Geschichten: Geschichtliche Sagen, Legenden, Dorfgeschichten. Illustriert von Oskar Fluri. Mit einem Vorwort von Landammann Dr. Alfred Rötheli. Solothurn: Verlag AARE, 1984. ISBN: 3-7260-0247-2. (Publikation mit freundlicher Genehmigung durch Claudia Brander.)
- Titelbild: Erstellt mit ChatGTP am 21.4.2025
