Inhaltsverzeichnis
- Das Raiffeisen-Prinzip
- 1932: Gründung Kasse Lommiswil
- Gründungsmitglieder
- 1932 – 1961 Kassier Josef Flury-Meyer
- 1961 – 1980 Kassier Wilfried Kofmehl-Stüdeli
- 1981 – Aus der Kasse wird eine Bank
- 1982 – 50 Jahre Raiffeisen
- Eindrücke aus den 1980ern
- Winter 1991
- Quellenverzeichnis
Das Raiffeisen-Prinzip
Friedrich Wilhelm Raiffeisen gründete 1849 die erste genossenschaftliche Spar- und Darlehenskasse, inspiriert durch die Armut der Landbevölkerung.
Raiffeisen etablierte für seine Genossenschaft folgende Prinzipien:
- Beschränkter Geschäftskreis
- Solidarität der Mitglieder
- Ehrenamtliche Verwaltung
- Unverteilbarer Reservefonds
- Sicherheitsgebundene Kredite ausschließlich für Mitglieder
- Stärkung durch Verbandszusammenschluss
Die Idee verbreitete sich schnell: 1900 entstand in Bichelsee die erste Schweizer Raiffeisenkasse, und bald schlossen sich weitere an. 1902 formierte sich ein Verband, der die Kassen berät und ihre Interessen vertritt.
1932: Gründung Kasse Lommiswil
In den dreissiger Jahren brachten wirtschaftliche Krisen Bund, Kantone und Gemeinden sowie die Einzelnen in Not. Geldmangel, hohe Zinssätze und eine ungleiche Wohlstandsverteilung prägten die Zeit. In Lommiswil führte die politisch motivierte Fehlinformation einer Amtsstelle an Banken zu einem Skandal, der einem Beamten den Posten kostete. Diese Herausforderungen motivierten die Gemeinschaft, sich für gemeinsame Lösungen zu vereinen.
1932, nach dem Jahreswechsel, wurde in dieser Atmosphäre eine Volksparteiversammlung abgehalten, wo die Gründung einer Raiffeisenkasse diskutiert und Ernst Noth sel. mit Vorarbeiten beauftragt wurde.
Am 15. Mai 1932 hielt Alban Müller, damals Landwirtschaftslehrer und später Nationalrat, ein Referat über die Vorteile der Darlehenskassen nach dem Raiffeisen-System, was auf großes Interesse stiess.
Die Gründungsversammlung fand am 22. Mai 1932 im Restaurant Bahnhof in Lommiswil statt. Johann Heuberger sel., damals Verbandssekretär und später Direktor des Verbandes Schweizerischer Raiffeisenkassen, informierte über die wirtschaftliche Lage, erläuterte die Statuten und leitete den Gründungsakt ein.
Der Geschäftsanteil wurde auf 100 Schweizer Franken festgesetzt, zahlbar in Raten, mit einer zusätzlichen Eintrittsgebühr von 5 Schweizer Franken. Von den 14 Anwesenden unterzeichneten 12 die Beitrittserklärung und wurden so zu Gründungsmitgliedern der Kasse.
Gründungsmitglieder
- Josef von Burg-Probst (1872)
- Josef von Burg-von Burg (1902)
- Johann Flury-von Matt (1881)
- Josef Flury-Moll (1881)
- Josef Flury-Meyer (1896)
- Johann Lüdi (1876)
- Ernst Noth-Müller (1891)
- Hans Rufer (1894)
- Matthias Schneitter (1863)
- Albert Schaad-Meier (1889)
- Jakob Theilkäs (1887)
- Richard Wittmer-Fuchs (1886)
Josef von Burg-Probst (1872 – 1954)

1932 – 1961 Kassier Josef Flury-Meyer
Josef Flury-Meyer leitete die erste Raiffeisenkasse während 29 Jahren von seinem Zuhause aus, zusätzlich zu seiner Tätigkeit auf dem Bauernhof.
1961 – 1980 Kassier Wilfried Kofmehl-Stüdeli
Nach dem plötzlichen Tod des langjährigen Kassiers Josef Flury-Meyer im Oktober 1961 übernahm Wilfried Kofmehl-Stüdeli dieses Amt. Bis 1980 verwaltete er die Kasse in seiner Privatwohnung an der Hauptstrasse 5.
1981 – Aus der Kasse wird eine Bank
Im März 1981 wurde aus der Raiffeisenkasse eine Bank mit einem eigenen Kassalokal an der Selzacherstrasse 1 (siehe Titelbild).
1982 – 50 Jahre Raiffeisen
Eindrücke aus den 1980ern






Winter 1991

Quellenverzeichnis
- Jubiläumsschrift „50 Jahre Raiffeisen“: Franz Flury, Lommiswil
- Fotos 1970er: Franz Flury, Lommiswil
- Foto 1991: Jolanda Kofmehl















