Inhaltsverzeichnis
- Kriegskinder in Lommiswil
- Rationierungen im 2. Weltkrieg
- Schweizer Spende (1945)
- Wohnungsnot in Lommiswil
- Gedanken zum Kriegsende
- Quellenverzeichnis
Kriegskinder in Lommiswil
Während des Ersten Weltkriegs (1914 – 1918) litten viele Kinder in den vom Krieg betroffenen Ländern unter Hunger, Krankheit und psychischen Belastungen. Besonders schwer traf es Kinder in urbanen Zentren wie Wien, wo Lebensmittelknappheit und schlechte hygienische Bedingungen herrschten.
Ab 1942 kamen mit Unterstützung des SRK insgesamt etwa 180’000 Kinder aus kriegsversehrten Regionen Europas in die Schweiz, um sich zu erholen. Auch kleinere Gemeinden wie Lommiswil beteiligten sich an dieser humanitären Hilfeleistung.
Das hier gezeigte Foto dokumentiert ein solches Kapitel: Es zeigt Kinder der Familie Meyer-Adam vor dem Gartenzaun ihres Hauses in Lommiswil, gemeinsam mit Franziska „Fanny“ Gasselseder aus Wien, die während dieser Zeit zur Erholung in die Schweiz kam. Auch Mimi Waldhäusel fand während des Krieges bei der Familie Johann Schneitter-Steiner in Lommiswil ein temporäres Zuhause.
Vermutlich waren noch weitere Kinder im Dorf untergebracht.

Von links nach rechts: Franz Meyer (geb. 1908); Paul Meyer (geb. 1914); Franziska Gasselseder, genannt „Fanny“, aus Wien; Lina Meyer (geb. 1907 – spätere Lehrerin); Robert Meyer (geb. 1910), Eduard von Burg (geb. 1908). Fotoquelle: Vreni Salomon-Meyer
Rationierungen im 2. Weltkrieg
Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im September 1939 war die Schweiz plötzlich mit einer Versorgungskrise konfrontiert. Als Binnenland ohne eigene Rohstoffvorkommen war sie in hohem Masse auf Importe angewiesen. Die internationalen Handelswege waren durch Blockaden und Kriegshandlungen stark eingeschränkt. Um eine gerechte Verteilung der knappen Ressourcen zu gewährleisten, führte die Schweizer Regierung ein umfassendes Rationierungssystem ein.
Einführung der Rationierung
Bereits im Herbst 1939 wurden Grundnahrungsmittel wie Brot, Mehl, Zucker und Kaffee rationiert. Wenig später kamen Milchprodukte, Fleisch, Textilien und auch flüssige Kraftstoffe (Benzin, Diesel und Öl) hinzu.
Für diese wurden spezielle Rationierungsscheine (Kontrollmarken) – wie der hier gezeigte „Normal-Rationierungsschein für flüssige Kraftstoffe“ aus dem Jahr 1940, ausgestellt auf das Auto des damaligen Dorfbäckers, Walter Sägesser sen. – ausgegeben. Jeder Haushalt und jedes Unternehmen erhielt nur ein streng zugeteiltes Kontingent, das regelmässig erneuert wurde. Dadurch sollte nicht nur eine gerechte Verteilung, sondern auch eine Reduzierung des privaten Konsums zugunsten lebenswichtiger Transporte erreicht werden.
Die Ausgabe der Kontrollmarken übernahmen zunächst Erwin Flury, später Erhard Flury für die Lebensmittelversorgung (Gemeindestelle für Kriegsvorsorge) sowie Franz Meyer für die Brennstoffe.
Eine Inspektion dieser Gemeindestelle durch das kantonale Amt im Mai 1946 befand alle Abläufe in tadelloser Ordnung. Im Protokoll der Gemeindeversammlung wurde ausdrücklich Dank für die geleistete Arbeit ausgesprochen.


Zweck und Auswirkungen
Die Rationierung hatte mehrere Ziele:
- Sicherung der Grundversorgung: Vorrang erhielten Landwirtschaft, Armee und lebenswichtige Transporte.
- Sparsamkeit und Ersatzprodukte: Die Bevölkerung wurde zu einem sparsamen Umgang mit allen Gütern angehalten, und es wurden vermehrt Ersatzprodukte entwickelt (z. B. „Gasgeneratorwagen“ als Alternative zum Benzinbetrieb).
- Kontrolle der Wirtschaft: Die Behörden überwachten streng, wer wie viele Rationierungsscheine erhielt, um Schwarzmarkt und Hamsterkäufe einzudämmen.
Schweizer Spende (1945)
Hintergrund
Im Dezember 1944 beschlossen National- und Ständerat, der kriegsversehrten Bevölkerung Europas aus Solidarität eine «Schweizer Spende» zukommen zu lassen. Finanziert wurde die „Schweizerspende“ durch den Bund und durch Sammelaktionen (Bericht des Bundesrates, 19.08.1946).
Wirkung der „Schweizer Spende“
Die Hilfe der Aktion war vielfältig: Sie reichte von Nahrungsmitteln über medizinische Versorgung bis hin zu speziellen Kinder‑ und Schulspeisungen. Besonders hervorgehoben wurde die überkonfessionelle Ausrichtung, bei der verschiedenste Hilfswerke und Organisationen zusammenarbeiteten. So kann man im Bericht des Bundesrates vom 19. August 1946 lesen: „Von den bisher abgerechneten 123 Millionen sind 38 oder rund 30 % verschiedenen Hilfswerken zur Verfügung gestellt worden, während 85 Millionen oder 70 % durch eigene Aktionen der Schweizerspende verausgabt wurden.“
Fotoreporter wie Theo Frey und Paul Senn dokumentierten die Einsätze in Deutschland, Frankreich und anderen Ländern (Wikipedia).
Auch Lommiswil zeigte Solidarität
Auch in Lommiswil bestand der Wunsch, Leidende zu unterstützen.
Die Spendenurkunde, die heute im Gemeindearchiv Lommiswil liegt, dokumentiert – trotz fehlender Angabe des Spendenbetrags – auf eindrucksvolle Weise die Solidarität der Gemeinde mit den Kriegsopfern.

Wohnungsnot in Lommiswil
Das Kriegsgeschehen brachte der Gemeinde ein weiteres Problem: die Wohnungsnot. An der Gemeindeversammlung vom 5. Oktober 1943 wurde darüber diskutiert, ob im Schulhaus eine Wohnung eingebaut werden sollte. Trotz des offensichtlichen Mangels an Wohnungen wurde diese Idee jedoch wieder verworfen.
Im Protokoll der Gemeindeversammlung vom 10. April 1945 ist festgehalten, dass Gottlieb Roth notgedrungen im Theatersaal des Restaurant Lamm untergebracht werden musste und Adolf Probst im Schulhaus mit einer elektrischen Kochgelegenheit.
Erste Massnahmen nach Kriegsende
Am 6. Oktober 1945 beschloss die Gemeindeversammlung, den „Speicher Hofer“ zu Wohnzwecken umzubauen. Für die Wohnungsbeschaffung wurden 5000 Franken bewilligt. Kurz darauf, am 26. Oktober 1945, wurde zudem über den Kauf eines 3-Zimmer-Wohnhauses oder einer Militärbaracke beraten.
Neue Bauplätze und Subventionen
Am 2. Februar 1946 bewilligte die Gemeindeversammlung mit grossem Mehr die Einteilung der Parzelle 52d in acht Bauplätze.
- Der Kaufpreis pro Quadratmeter betrug 2 Franken.
- Die beiden ersten Plätze gingen an Charles Piquet und Paul Kocher.
- Zusätzlich wurde für die Baukosten eine Gemeindesubvention von 10 % bewilligt.
Notunterbringung für Familien
Nach dem Protokoll der Gemeindeversammlung vom 20. Februar 1946 wurden mehrere Familien in Notwohnungen einquartiert:
- Die Familien Finger, Hiermeyer-Stoll und Kofmehl Adolf im „Holzhaus“, im Restaurant Lamm sowie im Schulhaus.
- Am 21. März 1946 zog die Familie Hiermeyer in die Notwohnung „Atelier“ beim Restaurant Bahnhof.
Nur wenige Tage später, am 25. März 1946, ersuchten insgesamt neun Mieter um Aufschub für ihren Wohnungsumzug.
Billiges Bauland und neue Wohnungen im „Rindertruckli“ und Speicher der Familie Hofer
Um der anhaltenden Wohnungsnot zu begegnen, unternahm die Gemeinde bemerkenswerte Anstrengungen:
- In der Neumatt und an der Bellachstrasse wurde billiges Bauland an Bauwillige abgegeben und Subventionen zugesichert.
- Das sogenannte „Rindertruckli“ (heute im Besitz der Familie Stebler) wurde auf Kosten der Gemeinde wohnlich eingerichtet.
- Im kleinen Speicher südlich des ehemaligen Hofer-Hauses, neben dem Misthaufen, entstand mit Hilfe der Gemeinde eine zusätzliche Kleinwohnung.

Im Vordergrund die neu gebauten Häuser an der Bellacherstrasse.
Gedanken zum Kriegsende
Im Eidgenössischen National-Kalender „Lueg mit Verb“ (Dem Schweizer Arbeiter zu Ehren) von 1945 finden wir den bemerkenswerten Artikel „Das Suchen nach der ‚Neuen Schweiz’“ von Albin Bracher, illustriert mit Bildern der Zellulosenfabrik Attisholz aus dem Jahr 1938.










LUEG NID VERBY – 20. JAHRGANG – 1945
Das Suchen nach der „Neuen Schweiz“
Zeitgemäße Gedankensplitter
Albin Bracher
„Der Mensch wird sich der Maschine nicht mehr erwehren können und ihr, da wir erst am Anfang der Entwicklung der Technik stehen, immer stärker verfallen. Die einzige Rettung kann also nur darin liegen, daß der Mensch seine Einstellung zur Maschine ändere. Heute ist er ihr Sklave, der sich von ihr die Lebenshaltung und fast seine Denkweise vorschreiben lässt. Morgen muß er ihr Herr sein und von ihr nur noch das Gute, die Kraft und Zeitersparnis, annehmen. Die soziale Erlösung beruht also schließlich nicht auf einer Änderung der Dinge, sondern auf einer Änderung des Menschen.
Hört sie an, die Wohlmeinenden! Sie meinen fast Freigeld oder Freiwirtschaft, ein anderer Vergesellschaftung oder Kommunismus und mein Freund Kämpe Anarchie. Es mutet an, wie wenn man einen innerlich Kranken mit äusserlichen Mitteln kurieren wollte: Da schlägt einer ein Pflaster vor, ein anderer eine Salbe, der dritter Umschläge und ein vierter hat etwas zum Einreiben bereit. Aber der Kranke wird sterben, wenn nicht der rechte Arzt kommt und ihn von innen heilt. So muss auch die Menschheit genesen. Lasst uns die rechten Mittel suchen. Jeder von uns betrachte sich als Arzt zuerst für sich, und wenn die Kraft reicht, für andere…»
(Aus.: Rufer in der Wüste, Roman von Jakob Bosshart, der zuerst in der Neuen Zürcher Zeitung erschienen ist.)
Es war am letzten Junisonntag dieses Jahres, von dem alle behaupten, es sei oder es werde das Jahr der großen Entscheidung werden. Ein wolkenloser Himmel überstrahlte unsere Heimat, so dass sie im sommerlichen Kleide und reichen Segen verheißenden Fluren doppelt warm durch unser Herz leuchtete und uns fast vergessen ließ, dass jenseits der nahen Juraberge und über den fernen Alpen der blaue Himmel nicht mehr Freude und Lust zu wecken vermochte, selbst am Sonntag nicht.
Wohl stand auch dort die ewige Sonne am Firmament, aber von der Mutter Erde rauchte es aus Trümmern und Schutt, Glut und Asche, voll vernichtenden Lebens entgegen. Der Christenmensch kann sich vom Feiertag nicht täuschen lassen; wohl sieht er die Flaggen von den Dächern und aus den Fenstern flattern, welche die Turner zum Feste laden und grüßen, wohl krachen die Schüsse vom Stande her, wo die Schützen zum Wettkampf auf Scheiben zielen, wohl mischt Musik sich drein, Handorgelspiel und lauter Sang, allein die Gedanken entrinnen hinüber auf die Schlachtfelder oder besser zu den Städten, Dörfern, Feldern, Flüssen, Seen, Meeren, die alle — alle — ein unermessliches Schlachtfeld geworden sind.
Und da trafen sich Männer aus einem ganzen Bezirk zusammen, Männer jeden Alters, aus allen Ständen, im kühlen Wirtschaftssaal, und ich soll ihnen etwas sagen von ihrer Partei in schwerer Zeit. Meine Blicke bohren sich in den wenige Schritte entfernten Jurawald, als wollten sie dort Hilfe suchen gegen die arme Zwietracht der Seele, welche sich schämte, nach vielen Worten zu suchen, wo eigentlich nur das eine genügt hätte: Dank! Dank dem Himmel, dass er die alte Schweiz vor dem neuen Krieg bewahrt hat, Dank den Menschen, welche das ihre beitragen, das Vorzugslos zu verdienen. Doch hatten diese Männer vielleicht gerade an diesem Sonntag morgen das rechte Wort zum Herrgott gefunden, in der Kirche, in ihren Gärten, im Gang durch die Fruchtfelder, im Walde, und sie wollten jetzt vernehmen, was weiter geschehen soll, dann, wenn der Krieg aufhöre?
Wenn dort, wo die Riesenkräfte der Völker für den Krieg und natürlich für den Sieg eingespannt sind, darüber gesprochen, geschrieben und beraten wird, wie man sich das Zusammenleben nach dem Kriege vorstelle, wie sollte man sich denn nicht im Schweizerland, wo wir auch in Waffen starren, aber in Frieden leben, nach dem Weg in die Zukunft fragen? Wo stand ich denn nicht vor dem Wollen und Mögen, sondern vor dem Müssen. Und da kam es mir wie von selbst über die Lippen:
„Es sollte für uns gar nicht so schwer sein, den Weg in die Zukunft zu finden, wenn wir nur wollen, und alle miteinander wollen. Ein eigener Weg aber muss es sein, nicht der, den wir abgeguckt vom Nationalsozialismus, vom Kommunismus, vom Beveridgeplan. Als 1789 die französische Revolution die Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit verkündete, lechzte man in der Untertanenwelt der Schweiz nach diesen herrlichen Dingen, die schon einmal als Himmelsbotschaft den Armen, Verlassenen, Verschüpften, Unterdrückten, kurz allen, die mühselig und beladen waren, in die Ohren geklungen — geklungen als das Christuswort:
Liebet einander wie Brüder!“
Fünfzig, ja sechzig Jahre brauchte es, Jahre des Blutes, der Tränen, des Grauens, der Zerstörung, der Wirren und des Hasses, neuer Unterdrückung, des Bruderkampfes, bis sich das arme Schweizervolk im Bunde von 1848 selbst wiederfand, und wohl von Amerika, wo die verloren gegangene Freiheit zuerst wieder erstand, einiges übernahm, im Kern aber eine Gemeinschaft wurde, die aus ihrer eigenen Selbsterkenntnis herausgewachsen war.
Der Liberalismus, wie ihn die französische Revolution gewollt und verkündet, er wäre recht gewesen für Menschen, die tief im lebendigen Christentum gewurzelt hätten. Denen das „Liebet einander wie Brüder!“ nicht Lippenbekenntnis war, vielmehr heilige Menschenpflicht. Die Raubtiergelüste des stolzesten Lebewesens brachen mit der Sprengung des staatlichen Zwanges und aller übrigen Fesseln wie ein Strom durch die Schranken, der Schwache wurde zum Spielball der Starken, Mächtigen, Gerissenen, Schlauen, Rücksichtslosen, jener, die nicht genug erlisten und erraffen konnten. Denen hieß es nun im neuen Bunde die Zähne zeigen, Schutzmauern errichten gegen ihre unersättliche Gier und Beutelsucht, Schutzmauern für die Stillen, Bescheidenen, Unselbständigen, Schwachen an Körper und Geist. Haben unsere Väter das getan? Schweizermann und Schweizerfrau, seid ehrlich: Nicht alles ist getan worden, aber viel wurde getan. Soviel, dass ich eben an jener Versammlung freier Männer zu behaupten wagte: Es sollte gar nicht schwer sein, die neue Schweiz zu finden, denn die alte Schweiz ist soviel viel besser als die Kritiker es ihr wahr haben wollen.
Wir dürfen nicht einen Arzt aufsuchen, der geldgierig oder machthungrig dem Patienten absichtlich eine ganz schlimme Diagnose stellt, alle Krankheiten an ihm herausdüstelt, um aus ihm ein gewinnbringendes Opfer zu machen und ihm am Ende vor lauter Diagnosen nur Mittel und Mittelchen zugrunde gehen zu lassen. Seien wir aufrichtiger Arzt; dann stellen wir fest: Eine schwerkranke, fiebernde Schweiz hätte niemals diese fünf Kriegsjahre überstanden, diese Kriegsjahre, wo die tödliche Gefahr um ihren Grenzpfählen lauerte, wo dahinter Wühler und Totengräber ihren Körper zu vergiften suchten, wo sich Verräter in die Freunde schlichen, um von dort aus die Pfeile zu senden. Im Jahre 1798 war das Schweizerhaus morsch und gebrechlich geworden, lahm, verwirrt, unentschlossen, uneinig das arme zerrissene Volk.
„Falsch ist der General,
Die Offizier’ fast all,
Die gaben uns kei Munition,
Drum gingen wir davon.
Dann sind wir retiriert
Bis ins Breitsfeld hinein;
Dort hielten wir alt Kanonier
In guter Schweizertreu.“
So heißt’s im Fraubrunnenlied von anno 1798. Hätten sie gehorcht auf die Stimme des Innern, auf Major Davel, die Livinenthaler, auf das „Memorial von Stäfa zur Beherzigung der treuen Landesväter,“ Hätten sie! Sie haben nicht, weil sie nicht — — — Es ist unendlich schwer, das gerechte Urteil der Geschichte zu sprechen; aber lernen sollst du, wie der Sohn vom Vater, so das Volk von seinen Vätern.
Statt denn viele Programme aufzustellen, Resolutionen zu fassen, Abhandlungen zu schreiben, fruchtlose und vorschlagsreiche Betrachtungen anzustellen, fragen wir uns einfach und ohne auszuweichen: Schweizervolk, wo fehlt’s dir? Was möchtest du anders, natürlich besser haben? Da schallt es aber nicht in Antwort zurück, nein, es reden der Bauer, der Handwerker, der Fabrikherr, der Angestellte, der — Fabrikarbeiter. Und nicht einhellig reden sie, sicher die einen nicht, die — Fabrikarbeiter. Die Bauern sind wohl auch nach politischen Parteien getrennt, ihre Interessen aber verfolgen sie im festgefügten Verband; die Fabrikherren schließen sich ebenfalls einer Partei an, geht’s um ihre Interessen, dann ist’s der Arbeitgeberverband, der sie vertritt, der gesamte, oder der Branchenverband; ähnlich steht es bei den Angestellten. Nur der Fabrikarbeiter, er glaubt es sich leisten zu können, sich je nach dem parteipolitischen Bild auch seine Interessen vertreten zu lassen, der Gewalthaufe in einer Gewerkschaft, die anderen in freien und anderen Zusammenschlüssen. So werden die Meinungen getrennt gemacht und dann als harte, oft unüberbrückbare Forderungen einander serviert.
Der Bauer hat einen schweren Stand, aber er bildet alleweil noch den schönsten Stand, ihn zu schützen, zu ihm auch nach dem Kriege zu halten, wird uns leicht fallen, wenn wir bedenken, daß er uns fünf oder mehr Jahre so gut ernährt hat. Es lebe der Nähstand! Werden wir dem Gewerbe die Treue versagen? Dem tüchtigen Handwerksmann, dem soliden Verkäufer, dem bodenständigen Gastwirt? Unser Volk ist aber längst kein Volk der Hirten mehr, es ist ein Industrievolk. Mit der französischen Revolution galt es in der Hauptsache dem Bauern seine Freiheit zurückzugeben, ihm den Grund und Boden als Eigentum zu überlassen, ihn zu befreien von den Fesseln der Abgaben, der Feudallasten. Und es galt ferner, den Handel und das Gewerbe aus den Verirrungen unvernünftiger Zunftschranken loszulösen. Seit dem Krieg von 1914 steht im Vordergrund der Aussprache der — Fabrikarbeiter. In den großen Ländern ist er zum Massenmenschen geworden, je weiter er sich vom Grund und Boden entfernen musste; je mehr er sich nur noch mit einer Teilarbeit zu begnügen hatte, um so mehr wurde er zum Spielball — zum Spielball seines Herrn auf der einen Seite, zum Spielball politischer Partei und Machtspekulanten auf der anderen Seite.
Papierholz an der Waldstrasse abfuhrbereit.
Viel Geld kam in die Welt mit der Industrie, Schulen sollten den Geist pflegen und vorwärtsführen, allein der wahre Geist, der in die Seelenkammer hinunterdringt und nicht im Hirn stehen bleibt, dieser Geist, der lebendig macht, den Menschen in die Höhen führt,
wo das Gute, Schöne und Wahre lebt, dieser Geist wurde kälter und kälter, je mehr das Geld daherrollte. „Geld und Geist!“ Jeremias Gotthelf zeigt uns ihr Wirken im Bauernhaus. Heute müssen unsere Blicke nach dem Industriehaus gerichtet werden. Ich verkenne die Gefahren nicht, die auch den anderen Ständen lauern, weder die wirtschaftlichen noch die moralisch-geistigen, wie wir ohne Zweifel von einer allgemeinen geistigen Krisis reden dürfen, die wir nur durch einen Gesinnungswandel überwinden können. Kirche, Schule, Familie – alles muss dann mithelfen, den Vorhang lüften und beherzt zum Doktor stehen, der vernünftige Rezepte zu verschreiben mag. Vielleicht kann ich am Schlusse oder später noch einige Gedanken darüber äußern.
Jetzt gilt meine Sorge dem Industriehaus. Nicht jedem Industriehaus. In vielen unseres Vaterlandes herrscht der Geist, der aber noch kein Geldgeist ist, nein ein Geist, der irgendwie mit der Ewigkeit verbunden bleibt. Deswegen soll es uns auch nicht so schwer werden, den Weg nach der neuen Schweiz zu finden, die alte Schweiz ist im Innern noch gesund, auch dort, wo die Industrie viele alte Bräuche und den bodenständigen Sinn verschluckt hat. Der Krieg selber hat uns wieder aufbauen heißen von dem, was verloren gegangen: Anbauen oder hungern! An den Magen dachten wir vielleicht nur, halfen aber zugleich den Geist wieder lebendig machen, den Menschen zurückzuführen zur Scholle, woher er kam, und wohin er geht. Ist das nicht schon ein Stücklein Weg in die Zukunft? Beibehalten das, nicht des Leibes wegen, den Sinn, den Geist gesund erhalten können wir damit. Nicht das Miethaus – die Mietkaserne ist mancherorts sogar abgebrochen worden. Dank dir, dem einsichtigen Arbeitgeber! – geben wir dem Arbeiter das eigene Heim, so wie es die Wohnungsnot mit Hilfe des Bundes, der Kantone, der Gemeinde, des Brotherrn gebracht hat. Tiere gehören dazu, die Ziege, die Kuh des kleinen Mannes, oder die Kuh selber, wenigstens Kleintiere und ein Bienenvolk oder zwei. „Im Hause muß beginnen“ Geben wir dem Fabrikarbeiter die Freiheit zurück! oder besser – seine Selbständigkeit. Er sei nicht mit allen möglichen sozialen Gebilden an die Fabrik gebunden, ans Herrenhaus. Der Arbeiter hat denken lernen, er ist geschult, kann rechnen, lesen, buchhalten; vertraue man ihm den Lohn an, und verwalten kann, auch für die alten Tage. Die Almosen sind ihm zuwider, müssen ihm zuwider sein, wenn er ein wirklicher Schweizer sein will. Dort in der Arbeit die Unfreiheit, die Vormundschaft – hier aber im Staate, in der Demokratie soll er mitsprechen, frei und ungebunden? Das kann er nur, wenn seine private, individuelle Lebensweise ihm den demokratischen Rücken stärken hilft, in ihm die Selbstachtung erhält, die Selbstsicherheit stärkt.
Man redet so viel, wie bös es sei, gute Knechte und Mägde zu bekommen, vorab auch verheiratete. Hat man vielleicht nicht auch da mancherorts Alttingshausens Beispiel vergessen, der mit seinen Knechten den Frühtrunk teilte, was Rudenz, der vom fremden Glanz Verblendete verabscheut, so daß man ihn mahnen muß, was Brauch und Sitte:
„Frisch Junker! Es geht aus einem Becher und aus einem Herzen!“ Das ist’s, was sicher im Bauernhaus nicht fehlen darf, aber auch im Industriehaus sein sollte. Sinnbildlich, versteht sich. Lassen wir die Betriebe nicht größer werden, als daß sie noch bei ihrem Wesen erkannt werden können! Einer steht als Verantwortlicher da, der alle kennt, die da mitschaffen, mitringen und durchhalten in guten und bösen Tagen, persönlich kennt, persönlich mit ihnen zusammenkommt, mit ihnen spricht, von ihren Freuden und ihren Sorgen weiß, in ihnen das Bewußtsein pflanzt: Auch dich brauchen wir, ohne dich stände etwas still! Einer muß da sein, der selber erfüllt ist von der Erkenntnis: meine Arbeiter schaffen nicht des Zahltages wegen hier, sie fühlen sich verwachsen mit dem Betrieb, wie ich, die Angestellten, die hohen und niedrigen, stärker verwachsen als der Verwaltungsrat, noch stärker als die Aktionäre, die nur mit dem Geld verwachsen sind, nicht aber mit dem Geist, dem Menschengeist, der da den Ungeheuern von Maschinen, dem laufenden Band, den Stühlen, Bänken und Tischen eine Seele einhauchen muß, sollen sie nicht erdrücken und ersticken.
Du bist Soldat. Dein Kompaniekommandant gilt als schneidiger, forscher Offizier. Wie flott setzt er sich auf sein Rößlein! Gibt ihm die Sporen. Reitet voran, weit voraus –! Die Kompanie schnauft nach, schwer bepackt. Der Helm drückt, der Kragen wird eng; die Zunge trocknet. Weit voraus der Kompaniechef. Nicht schaut er zurück. Kein: Helm ab! Kein: Kragen öffnen! Kein: Wasser fassen! Du folgst ihm, du treuer Soldat, du lernst Disziplin, Gehorsam! Der Sack drückt härter und härter, der Gaumen lechzt. Du siehst nach dem, der dir Erleichterung schaffen könnte. Aber der hat vergessen, wie eine Kompanie ist, daß es die Genossen desselben Brotes sind, er denkt an sich, reitet auf stolzen Rossen voraus, weit voraus — — —! Da stockt die Kompagnie; einer flucht, ein anderer auch; der Sack fliegt vom Buckel. Böse Blicke fliegen nach vorn, wo sie ihn nicht mehr finden, der jetzt vor sie hintreten sollte; ein warmes Wort, ein Wink — — — und alles wäre vergessen, alles wäre wieder gut.
Der Schweizersoldat ist ein guter Soldat, wenn er weiß, dass auch der Offizier ein Kamerad ist.
Ob arm du oder reich,
Kameraden rechts und links,
hier sind wir alle gleich,
Kameraden rechts und links.
Dein Stand dich nicht verleite,
es geht an deiner Seite,
Kameraden rechts und links.
Und hast du einen Schmerz,
Kameraden rechts und links,
dann öffne uns dein Herz,
Kameraden rechts und links.
Kopf hoch und nicht verzagen,
wir helfen dir ihn tragen,
Kameraden rechts und links.
Ein Jahr, ein Jahr ist wiederum vorüber.
Und wenn wir oft auch Leid erfahren,
manche Stunde glücklich waren,
lasst uns singen, Brüder:
Du bist mein Kamerad,
du bist mein Kamerad!
Dieser Krieg hat uns dieses Kameradenlied gebracht. Nicht der 14er Krieg. Aber der 39er Krieg, und der brachte uns auch die Ausgleichskasse, dieses prachtvolle lebendige Werk der Kameradschaft.
Der Schweizerarbeiter ist ein guter Arbeiter, er muss ein guter Arbeiter sein, wenn wir den Kampf in der Welt bestehen wollen. Er ist kein Geldmensch, der nur an seinen Zahltag denkt, er will es nicht sein. Sein Kompaniechef reite nur nicht zu weit voraus, vergesse nicht, den Halt zu befehlen, frage nach der Freud, nach dem Leid. Ein gutes Wort, ein warmer Druck der Hand tut wohl – so wohl oft als der Fünfer mehr Lohn. Und wie solltest du ihm nicht den rechten Lohn geben wollen? Was wärst du ohne ihn? Er ist dein Mitarbeiter, dein — Kamerad! Sein Schicksal sei mit dem Deinen verbunden, in Freud und — Leid. Bist du Menschenkenner? Kannst du in den Augen lesen? Oder bist du irgend ein Büromensch, ein Maschinentier, das nur Zahlen vor sich sieht, Zeichnungen, Voranschläge, Berechnungen? Berechnungen, jawohl, aber vergiss den Geist nicht einzukalkulieren, das Menschsein im Arbeiter; das trägt Früchte, Früchte für ein wohliges Gefühl unter dem Brustlatz, nach Feierabend, am Tage des Herrn, oder am Sterbetag, deinem Sterbetag, dem großen Zahltag, wenn der Herrgott ruft…; dann Früchte auch für den Geldbeutel, weil der besser schafft, besser die Konkurrenzkämpfe aushält als jener, der nur für die Batzen krampft. Ist das viel, was da gefordert wird? Nein! Ist das alles? — lange nicht, aber damit fängt der Weg zum neuen Schweizerhaus an. Nicht mit Gesetzen, Verordnungen, Verfassungsänderungen, es beginnt mit dem, was am Anfang jeder Besserung steht, die von den Menschen, auch von dir kommen muss:
Erkenne dich selbst!
Wisse, dass du nicht für alle Ewigkeit hier auf Erden bist und dass du leichter stirbst, wenn du im Leben nicht nur an dich gedacht, sondern andere um dich klagen und weinen. „Wer Tränen ernten will, muss Liebe säen!“
Tag und Nacht begraben Bomben und Granaten Paläste und Hütten, Fabriken und Handelshäuser, durchfurchen sie fruchtbare Matten und Äcker, zermalmen sie Wälder. Wird gefragt, wohin mit den Menschen, die den Trümmern entgehen? Wenn du deutlich genug die Vergänglichkeit miterlebst, dann jetzt! Was für Seelenkräfte der Schrecken aber wecken kann! Schaffhausen war uns ein Beispiel dafür. Wie Mütter, Mädchen, Knaben ohne Zögern ihr Leben einsetzen für ein anderes Leben. So tötet, zerstört der Krieg nicht nur, er baut auf, rüttelt den Menschen wach zur Besinnung auf sich selbst. Tut er das, so zeigt er dem Starken seine Menschenpflicht, dem Schwachen beizustehen. Schwache gibt’s in jedem Stande. Der Staat richte seine Gesetze darnach, die Steuergesetze allem voran, dann die Gesetze, die Hilfe bringen. All das nützt hingegen nichts oder wenig, wo der Mensch nicht in seinem Beruf, in seinem Leben darnach trachtet, den Nützlichkeitsstandpunkt überall dort zu verlassen, wo er einem Mitmenschen schadet.
Der Fabrikarbeiter gehört zu den Schwachen. Das gibt ihm nicht das Recht, im Hass zu fordern und zu jenen zu treten, die verneinen, fluchen und verachten. Auch für ihn heißt es, die Zusammenarbeit suchen. Vor Jahren stand ich am Ufer des Vierwaldstättersees, mit über fünfzig jungen Arbeiterinnen aus mehreren Kantonen. Eine junge Baslerin trat zu mir, ob sie ein paar Worte zu der Schar sprechen dürfe? Dann rühmte sie, dass meine Schar diese Ferienfahrt ihrem Arbeitgeber abgetrotzt, aber eben: Proletarier aller Länder, vereinigt euch! Das führe zum Sieg des Proletariats. – Zuerst verlegen ob der politischen Brandrede am vaterländischen See, erwiderte ich kurz: „Liebes Proletarierkind aus Basel. Du hast bös daneben geschossen. Nicht das „Proletarier aller Länder vereinigt euch!“ hat deinen jungen Kameraden das Glück von fünf Ferientagen beschert; bei uns gilt eine andere Devise:
Schweizer Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinigt euch!
Der Fabrikherr hat von sich aus gehandelt; leuchtende Augen und fleißige Hände waren der Dank und die Anerkennung seiner jungen Mitarbeiter — — — Deshalb meine ich, es sei gar nicht schwer, der Weg in die neue Schweiz. „Hat der Bauer Geld, hat die ganze Welt!“ Mag sein. Mir liegt der andere Wunsch auf der Zunge:
Wo der Arbeiter zufrieden,
wird der Streit gemieden!
Das Lob der Technik darf wieder ertönen, der Mensch ist nicht mehr ihr Knecht, er ist ihr Herr geworden. Wie Alfred Huggenberger von seiner Nähmaschine meint:
Rasselndes Nähmaschinentier,
Bist ein getreues Knechtlein mir!
Machen wir aus allen Maschinen getreue Knechtlein, die uns gehorchen, und nicht wir ihnen, wie herrlich wird das Leben werden!
Eine Kompanie Soldaten,
Wie viel Freud und Leid ist das!
Der Krieg hat uns dies gelehrt. Lasst es ertönen, das Lied, wie das vom Kameraden, auch dann, wenn die Friedensfahnen uns heimrufen zur Arbeit, in die Fabrikräume. An einem Tag des Jahres wenigstens stellt sie ab die Maschinen, schmückt sie mit Blumen und mit Bändern!
Rasselndes Nähmaschinentier,
hab ich mich endlich versöhnt mit dir?
Bringst zwar, was mir nicht gefällt,
Unruh in meine kleine Welt,
lehrst mich aber, dass es im Leben
doch derlei große Kerle darf geben.
Rasselndes Nähmaschinentier,
bist ein getreues Knechtlein mir.
Es ist keine Lust mehr, ein Mähder zu sein.
Dennoch darf ich vom Bock nicht steigen;
das Leben zwingt uns, wir müssen schweigen.
Lärme und schaff, mein harter Genoss,
der einer starken Zeit entsproß!
Wer sich mit ihrem Geist nicht verträgt,
wird hülfslos von ihr ins Grab gelegt.
Tummle dich, eiserner Knabe, gut!
Trag’ ich ein blaues Band auf dem Hut,
Schwankt der letzte Wagen nach Haus,
schmückt auch dich ein bescheidener Strauß.
Nicht wahr, du glücklicher Arbeitgeber, du verstehst den Bauer und Dichter Alfred Huggenberger, und du verstehst auch mich, wenn ich dich bitte: Stellet sie wenigstens an einem Tage ab, die Maschinen, und schmückt sie mit einem Sträußchen! Ruft sie her, die Frauen, die Kinder, damit sie mit ihrem Vater feiern, sie sich mit ihm freuen und sie wissen, dass die Maschine auch Brot gibt, braunes, hartes, aber gutes tüchtiges Brot.
„Der Plan für soziale Sicherheit setzt sich die Abschaffung der Not nach diesem Krieg zum Ziel.“
Was Sir William Beveridge in seinem Plan hier verkündet, klingt so schön, dass es fast nur zu schön ist, um an seine Erfüllung zu glauben. Zwar spricht er weniger vom Geist und der Gesinnung der beteiligten Menschen als von Methoden, wie es beim Realpolitiker sein soll und muß. Zwei Hauptmethoden gehören zum Plan: die Zwangsversicherung, wozu als Hilfsmethoden Wohlfahrtsunterstützung und freiwillige Versicherung treten. Er fordert Zulagen für nicht erwerbsfähige Kinder als Bestandteil seines Gefüges. Der Plan fordert auch, als notwendigen Voraussetzungen für einen Erfolg der Sozialversicherung, die Einrichtung eines umfassenden Gesundheits- und Wiederherstellungsdienstes, sowie die Aufrechterhaltung der Beschäftigung, das heißt Verhütung der Massenarbeitslosigkeit. Wo ein Wille ist, ist auch meist ein Weg. Sir William Beveridge und allen Engländern, die an ihn und an seinen Plan glauben, wird es am Willen nicht fehlen, das hat der Verlauf dieses Krieges zur Genüge bewiesen; den Weg jedoch zur Abschaffung der Not, den werden sie niemals finden, ganz einfach, weil es ihn nicht gibt, diesen Weg. Wenn ich mich auch nicht zu den reinen Realpolitiker zähle, so gehe ich doch in diesen Dingen von der Tatsache aus, dass mit dem Menschen auch die Not in die Welt gekommen ist, und dass wir froh und beglückt sein dürfen, wenn es uns je gelingen wird, ein mächtiges Stück christlicher Nächstenliebe und liberaler Menschrechte zu erfüllen.
Geteilte Freud,
doppelte Freud!
Geteiltes Leid,
halbes Leid!
Die Schicksalsgemeinschaft, sie sei unser Plan, der schweizerische Plan für den sicheren Weg in die neue Zeit. Wozu sind wir Eidgenossen!
— Albin Bracher
Nachtrag. Als Dank an Herrn K. in O., der mich an der erwähnten Versammlung aufgefordert hat, etwas aus der „Predigt“ im «Lueg nid verbi»-Kalendar niederzuschreiben. Ob Sie auch einverstanden sind damit, Herr K.? Vielleicht sagen Sie: „als Arbeitgeber auch
hier, im nächsten Jahrgang?“ Das wäre mir und wohl den meisten Lesern recht; denn wir wollen ihn zusammen suchen, den Weg in die Zukunft zu unserer alten lieben Schweiz.
Quellenverzeichnis
Titelbild
- [Urheber/in unbekannt], Das Kader der Radfahrer beim Kartenlesen, 1914-01-01/1918-12-31, aus: Schweizerisches Bundesarchiv, Fotosammlung Aktivdienst 1914 bis 1918 und Landesverteidigung, E27#1000/721#14095#4524*, Online: https://memobase.ch/de/object/bar-003-3240488, Stand: 14. September 2025
Kriegskinder in Lommiswil
- Foto mit Kinder der Fam. Meyer-Adam: Vreni Salomon-Meyer, Lommiswil
- Geschichte des SRK (geschichte.redcross.ch): Aufnahme von kriegsversehrten Kindern. Verfügbar unter: https://geschichte.redcross.ch/ereignisse/ereignis/aufnahme-von-kriegsversehrten-kindern.html (aufgerufen am 27.07.2025).
Rationierungen im 2. Weltkrieg
- Rationierungsschein: Käthi Sägesser, Selzach
- Schweizerisches Sozialarchiv: Rationierung in der Schweiz 1939–1948. Online: https://www.sozialarchiv.ch (aufgerufen am 27.07.2025).
- Bundesarchiv Schweiz (BAR): Rationierungssystem im Zweiten Weltkrieg. Online: https://www.bar.admin.ch (aufgerufen am 27.07.2025).
- Wikipedia-Autoren: Wirtschaft der Schweiz im Zweiten Weltkrieg. In: Wikipedia. Online: https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaft_der_Schweiz_im_Zweiten_Weltkrieg (aufgerufen am 27.07.2025).
Wohnungsnot
- Erhard Flury: Lommiswil – Die Geschichte eines Dorfes am Fusse der Hasenmatt, 1992, Herausgeber: Bürgergemeinde Lommiswil
Schweizer Spende
- Spendenurkunde 1945: Archiv der Gemeinde Lommiswil
- Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA. Online verfügbar unter: Schweizer Spende (Bericht des Bundesrats 19.08.1946) (aufgerufen am 27.07.2025)
- Wikipedia-Autoren: Schweizer Spende. In: Wikipedia. Online verfügbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Schweizer_Spende (aufgerufen am 27.07.2025).
- Schweizerisches Sozialarchiv: Vor 70 Jahren: Das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa und die Schweiz. Online verfügbar unter: https://www.sozialarchiv.ch/2015/05/08/vor-70-jahren-das-ende-des-zweiten-weltkriegs-in-europa-und-die-schweiz/ (aufgerufen am 27.07.2025).
- seniora.org: Kriegsende 1945 – die Schweizer Spende hilft, wo es geht. Online verfügbar unter: https://seniora.org/?Itemid=486&catid=68&id=656%3Akriegsende-1945-die-schweizer-spende-hilft-wo-es-geht&option=com_content&view=article (aufgerufen am 27.07.2025).
- HelveticArchives: Schweizer Spende (Bestand im Bundesarchiv). Online verfügbar unter: https://www.helveticarchives.ch/detail.aspx?ID=222319 (aufgerufen am 27.07.2025).
Gedanken zum Kriegsende
- Eidgenössischer National-Kalender „Lueg nit verby“, 20. Jahrgang, 1945. Bracher, Albin: Auf der Suche nach der ‚Neuen Schweiz‘ (Seiten 38 – 47).
